Alter Brückenpfeiler in Salmtal wird Kletterwand

Projekt : Brückenpfeiler wird Kletterwand

Der  Salmtaler Rat stimmt dem Freizeitprojekt zu. Aber es gibt auch kritische Stimmen.

Ein Pfeiler in Salmtal kann zum Treffpunkt von Kletterfreunden der Region werden: Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung zwei Vergaben beschlossen, die den Weg für den Verein Kletterpfeiler Salmtal ebnen, der das Angebot betreibt und die Anlage unterhält. Am 17. April hat die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier (ADD) die Bewilligung erteilt, das rund 106 000 Euro teure Projekt mit 68 000 Euro aus Leadermitteln zu bezuschussen. Das entspricht einem Fördersatz von 65 Prozent. Ortsbürgermeister Anton Duckart strebt an, dass die Anlage schon im Sommer 2019 in Betrieb genommen werden kann.

Nicht nur die 23 Mitglieder des Vereins wollen den rund 14 Meter hohen Kletterturm nutzen, sagt Christian Barzen, Vorsitzender des Vereins Kletterpfeiler Salmtal. Auch Mitglieder anderer Vereine, Schulen und weitere Organisationen können nach Anmeldung auf den ehemaligen Pfeiler einer Eisenbahnstrecke klettern. „Wir sind daran interessiert, dass der Turm genutzt wird“, sagt Barzen. „Nur für den Verein würde sich das nicht lohnen.“

Ganz unumstritten ist das Projekt bei den Ratsmitgliedern nicht. Die meisten begrüßen den neuen Kletterturm, bezeichnen es gar als Leuchtturmprojekt, der der Gemeinde einen Imagegewinn verschafft. „So ein Projekt fehlt in der Region. Das bringt Salmtal ein Stück nach vorne, und sonst gar nichts“, sagt Ratsmitglied Karli Klein.

Doch es gibt auch Gegenstimmen. Da sind auf der einen Seite Infrastrukturanlagen wie Parkplätze und Toilettenanlagen, die fehlen. „Das ist nicht befriedigend“, sagt Rudolf Monzel. Andreas Ludes lehnt das Vorhaben ab, weil die Ortsgemeinde Maßnahmenträger sei, was es für andere Projekte bisher nicht gegeben habe. „Es kann nicht sein, dass die Gemeinde einen Vollkaskovertrag eingeht“, sagt er. Zudem rechnet er für die Zukunft mit weiteren Kosten. „Da kommt noch mehr. Deshalb kann ich nicht zustimmen“, sagt Ludes.

„Ein solches Projekt kann man am Start nicht bis ins letzte Detail klären“, sagt Ortsbürgermeister Anton Duckart bezüglich der Toiletten- und Parkplatzfrage. Und ein Ratsmitglied verweist auf die einmalige Chance, die sich der Gemeinde mit dem Projekt bietet. „Wenn man sich in den Alpen so viel Gedanken machen würde um Toiletten, ginge dort keiner mehr wandern.“

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