Alter Klang in neuem Glanz

ZELTINGEN-RACHTIG. Orgelbauer Paul Kön aus Zeltingen hat in vielen Arbeitsstunden eine Klais-Orgel aus dem Jahre 1883 restauriert. Stolz präsentiert er das historische Instrument, das auf eine neue musikalische Aufgabe wartet.

Mit zufriedenem Blick betrachtet Paul Kön die Klais-Orgel in seiner Werkstatt, die in neuem, "alten" Glanz erstrahlt. "Sehr viel Arbeit steckt in der Restaurierung. Hätte eine Firma sich dieser angenommen, wäre das kaum zu bezahlen", betont Kön. "Mir hat die Arbeit großen Spaß gemacht", gibt der 68-jährige gerne zu, unter dessen handwerklichen Orgelbauhänden die Orgel zu neuem (Klang-)Leben erwacht ist. Noch steht die Orgel in Köns Werkstatt und wartet auf neuen musikalischen Einsatz. "Am besten geeignet für das Instrument mit nur vier Registern wäre eine kleine Kapelle", erklärt Kön.Fund in Belgien

Durch einen Kollegen wurde der pensionierte Orgelbauer Kön auf die Klais-Orgel aufmerksam. Auf dem Dachboden einer Schreinerei im Norden Belgiens wurden Einzelteile der kleinen Orgel entdeckt. Nachforschungen hatten ergeben, dass das Werk im Jahre 1883 von der Orgelbaufirma Klais aus Bonn für die Pfarrei Maldingen in Belgien erbaut wurde. Das Instrument hatte drei Register, wurde aber in den 60er- Jahren von einem belgischen Orgelbauer um ein Register auf nunmehr vier erweitert. Von den Originalregistern waren noch zwei erhalten.Windmaschine eingebaut

Die jetzige Disposition (Gesamtzusammenstellung der Orgel) lautet: Salicional 8', Holzgedakt 8', Flauto 4' und Oktave 2'. Das Register Flauto 4' ist im Prospekt sichtbar. Vorhanden waren weiterhin die Schleiflade, die Klaviatur, teilweise der Blasebalg sowie das Untergehäuse. Anstelle der ehemaligen Schöpferanlage, die den Wind aus dem Schöpferbalg in den Hauptbalg befördert, wurde in den 60er- Jahren eine Windmaschine eingebaut. Das Untergehäuse der Orgel ist noch original erhalten, wogegen Orgelbauer Kön das Obergehäuse neu anfertigte. Er wählte Fichtenholz, weil früher ein rotbrauner Lacküberzug vorhanden war. Dieser Farbton wurde beibehalten, abgesetzt mit schwarzen Lisensen (Leisten). Die Registermechanik ist in massivem Ahorn angelegt. Die (Original-)Stimmung liegt bei 440 Herz bei 15 Grad Celsius.