Altmodisch und zukunftsweisend

THALFANG. Die Ehrung 58 verdienter Kommunalpolitiker zeigt, dass das Ehrenamt nicht aus der Mode gekommen ist.

Es klinge ja altmodisch, das Wort "Ehrenamt", passe sprachlich nicht recht in die heutige Zeit, begann Ministerialdirigent Rudolf Oster seine Festansprache. Der Leiter der Kommunalabteilung im rheinland-pfälzischen Ministerium des Innern und für Sport nahm das Wort bei der Verbandsgemeinde-Ehrung verdienter Kommunalpolitiker unter die Lupe. Der Begriff der Ehre entstamme "einer vorindustriellen und vordemokratischen Zeit, als Ehre Vorrang vor dem Recht hatte". Seither habe sich mit dem Wohlfahrtsstaat und seinen "universellen Anrechten und abstrakten Solidaritäten" der Stellenwert freiwilliger Arbeit relativiert. Dann das "Amt": Staat und Obrigkeit assoziierend, stehe es für viele in Widerspruch zum Wunsch nach Mitwirkung. In einem Rechtsstaat weise aber Ehre "auf Anerkennung, auf einen verpflichtenden sozialen Sinn" hin. Ohne diesen ließe sich das Ehrenamt, das angesichts tiefgreifender Änderungen im Sozialstaat an Bedeutung gewinne, nicht begründen. Ziel sei aber nicht das Abwälzen finanzieller Lasten, sondern die Stärkung von Eigenverantwortung. "Nur durch engagierte Bürger kann eine Bürgergesellschaft lebendig bleiben", lobte Oster die "Hauptpersonen" des Tages. Dank gebühre auch deren Lebenspartnern: "Sie haben ihren Beitrag durch Beistand und Verzicht erbracht", hob er, begleitet von Applaus, hervor. Bei der, von einemBläserensemble der Kreismusikschule (Leitung Nikolai Tchotchev) umrahmten Ehrung standen 58 Personen (siehe unten) auf der Liste. 32 erhielten die "Große Ehrung", für die etliche Jahre Engagement Bedingung sind. Das kommunalpolitische Mandat sei "Herz und Motor" einer aktiven Gesellschaft, Verbands- und Gemeinderäte die "Keimzelle der Demokratie", betonte Bürgermeister Hans-Dieter Dellwo.