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Altpapier kommt nicht ins Körbchen

Bernkastel-Wittlich. 10 600 Tonnen Altpapier werden jährlich im Landkreis Bernkastel-Wittlich gesammelt. Ein Problem für die Männer, die den Abfall vor der Haustüre einsammeln, ist in Wäschekörbe gelegtes Papier. Das Leeren ist umständlich und geht auf die Knochen.

Bernkastel-Wittlich. Weg mit dem Müll! Das wünscht sich jeder, der seinen Abfall vor die Tür zur Abholung bereitstellt. Im Landkreis Bernkastel-Wittlich gibt es dafür Tonnen: Deckel auf, Hausmüll rein, fertig. Bei Papier und Pappe ist das anders. Anders als beispielsweise in Trier. Dort gibt\'s auch für diese wiederverwertbaren Reste eine Tonne. Im Kreis aber nicht. Doch wie stellt man sein Altpapier korrekt zur Abholung bereit? Aktuell bittet die Kreisverwaltung darum, auf keinen Fall Plastikkörbchen zu benutzen. "Das wesentliche Problem ist folgendes: Das Altpapier in Wäschekörben mit einem Gewicht bis zu 15 Kilo erfordert eine Handdrehung beim Entleeren der Körbe. Das belastet die Handgelenke auf Dauer übermäßig", erklärt Mike Winter, Pressestelle der Kreisverwaltung. Auch könnten sich die Körbe beim Kippen in das Sammelfahrzeug verkanten. Das macht das Leeren komplizierter. Und wie oft setzen Bürger auf die Körbchenlösung, die ihnen das Sammeln erleichtert, aber anderen das Abholen erschwert? "Belastbare Zahlen liegen nicht vor, aber wir sehen oft mit Altpapier gefüllte Wäschekörbe. Es stehen gewöhnlich in jeder Straße an mehreren Häusern Waschkörbe oder ähnliche Behältnisse zum Leeren", sagt Mike Winter.
Und wie erleichtert man den Sammlern die Arbeit? Ganz einfach: Alles in Pappkartons oder Papiertüten packen oder Stapel mit Seilen schnüren. Draht sollte nicht verwendet werden. Auch ein Problem: zu große Kartons. Sie können schnell 50 Kilo wiegen. Dann müssen zwei Mann zupacken, und manchmal geht das schief: Der Karton bricht auseinander.
Was an Papier im Kreis zusammenkommt, zeigt ein Vergleich: 10 600 Tonnen waren es 2012. Eine Menge, die seit fünf Jahren fast gleich geblieben ist. Beim normalen Hausmüll sind es 20 500 Tonnen, Tendenz leicht fallend. Dafür gibt es im Kreis übrigens 43 000 Mülltonnen. Ebenso viele wären vermutlich fürs Papier nötig, wollte man das System umstellen.
Erlöse decken Kosten


Und was verdient der Kreis am Altpapier? Dazu sagt Mike Winter: "Mit der Vermarktung des Altpapiers werden grundsätzlich Erlöse erzielt. Die Höhe der Vermarktungserlöse unterliegt Schwankungen. Die Papiererlöse werden dem Abfallgebührenhaushalt zugeführt und damit zur Finanzierung der Kosten der Abfallsammlung verwendet. 2012 war der Papierpreis nicht allzu hoch. Im Jahresdurchschnitt entsprachen die Verwertungserlöse dem Kostenaufwand für die Papiersammlung." Zurück zu den Waschkörben: Hat sich denn schon mal jemand beschwert, weil sein Körbchen kaputt gegangen ist, und was sagt der Kreis dann? Mike Winter: "Bei uns gingen noch keine derartigen Beschwerden ein. Aber gesetzt den Fall, es käme eine solche Beschwerde: Da der Betrieb Abfallwirtschaft dazu aufruft, das Altpapier in Kartons oder Papiertüten zur Abholung bereitzustellen, kann keinesfalls Schadensersatz für einen defekten Korb verlangt werden." sos