Am alten Bahnhof gibt es Produkte der Region

Am alten Bahnhof gibt es Produkte der Region

Es ist die vorerst letzte Chance, in Bernkastel-Kues einen Wochenmarkt zu installieren. Zehn Händler stehen für den am Samstag beginnenden Neuanfang bereit. Die Organisatoren sind optimistisch.

Bernkastel-Kues. Wochenmarkt in Bernkastel-Kues: Das ist so etwas wie die unendliche Geschichte - wobei es bisher eher Unerfreuliches zu berichten gab, weil sich der Markt nicht gehalten hat. Nun gibt es einen neuen Anlauf an einem neuen Ort - dem Gelände vor dem alten Bahnhof im Stadtteil Kues. Jeden Samstag, von 9 bis 14 Uhr, ist dort in Zukunft Markttag. Die Stände ziehen also um, vom Stadtteil Bernkastel nach Kues. Das Angebot umfasst unter anderem vor Ort gebackenes Brot, Fleisch und Wurst, Gemüse, Käse, Likör, Essig, Öl, Tee und Honig.
Zur Chronologie: Lange Jahre residierten die Händler am Gestade im Stadtteil Bernkastel. Der Vorteil: Kunden konnten vor den Stand fahren und beispielsweise einen Sack Kartoffeln einladen. Das Flair blieb allerdings auf der Strecke, weil am Gestade viel Verkehr herrscht. Als einen Steinwurf entfernt der Karlsbader Platz entstand, zog der Markt Mitte 2006 dorthin um. Anfangs war die Frequenz gut, doch die Umsätze reichten nicht aus, um die Marktleute zufrieden zu stimmen. Was folgte, überraschte nicht. Weniger Kunden, weniger Stände.
Teilweise boten nur noch ein, zwei Händler ihre Produkte an. Und im Frühjahr 2008 blieb der Karlsbader Platz am Markttag vollkommen verwaist. Nun also der Neuanfang, die voraussichtlich letzte Chance. "Wir sind sehr optimistisch", sagt Iva Menzel, Leiterin der Entwicklungsagentur.
Neun bis zehn Händler werden unter großen Marktschirmen ihre Waren anbieten. Menzel: "Für den Anfang ist das ganz ordentlich." Bei der Entwicklungsagentur, die unter anderem für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung zuständig ist, laufen die Fäden zusammen. Iva Menzel hofft, dass die Händler einen langen Atem haben, und sie ist auch optimistisch, dass noch weitere Händler (Geflügel, Fisch, Blumen) gewonnen werden können.
Mit der Neuauflage werde dem Wunsch vieler Bürger Rechnung getragen, erläutert Stadtbürgermeister Wolfgang Port. Bei einer Befragung zum Einzelhandelskonzept sei oft das Fehlen eines Wochenmarktes bemängelt worden. "Die Bürger haben es nun in der Hand, zum Erfolg beizutragen", sagt Port.
Geschäftsleute begrüßen Markt


Die Hoffnung begründet sich unter anderem auf die Örtlichkeit. Das Gelände ist mit dem Auto erreichbar, in der Tiefgarage unter dem Forumsplatz kann die erste Stunde kostenlos geparkt werden. In Bernkastel dagegen ist es von Ostern bis November schwer, überhaupt einen freien Parkplatz zu finden. Der Urlauber und Tagesgast schaut sich zwar solch ein Angebot wohlwollend an, nutzt es aber eher selten für den Einkauf.
Ein zweiter Punkt: In Kues leben etwa vier Mal so viele Menschen wie in Bernkastel. Die Brücke verbindet zwar die beiden Stadtteile, aber trennt sie auch manchmal noch.
Ursprünglich sollte der Markt in der sanierten Bahnhofstraße laufen. Anwohner und Geschäftsinhaber waren allerdings gegen diesen Plan, weil die Straße dann für einige Stunden hätte gesperrt werden müssen. Die jetzige Regelung stößt auf große Zustimmung. "Ein Wochenmarkt ist immer eine Bereicherung", sagt Apotheker Michael Stöck. Er rechnet damit, dass die Markthändler und die in der Bahnhofstraße und in der Friedrichstraße beheimateten Geschäftsleute voneinander profitieren.
Die Stände öffnen am Samstag um 9 Uhr. Die offizielle Eröffnung durch den Stadtbürgermeister erfolgt um 11 Uhr. Für die Unterhaltung sorgt die Musikvereinigung Bernkastel-Kues.