Am alten Schulhaus scheiden sich die Geister
ENKIRCH. Was soll aus der ehemaligen Schule in der Priesterstraße werden? Damit beschäftigte sich eingehend der Ortsgemeinderat Enkirch.
Drei Architekten hatten Entwürfe für den Umbau der ehemaligen Schule vorgelegt und diese dem Ortsgemeinderat und den zuständigen Ausschüssen vorgestellt. In der Sitzung nahmen die Fraktionssprecher zu diesen Entwürfen nochmals Stellung. Die Sprecher der SPD- und der CDU-Fraktion sprachen sich für den Umbau aus, da es dringend notwendig sei, das Gebäude zu erhalten, insbesondere wegen seiner Lage im Ortskern. Sie räumten aber ein, dass hohe finanzielle Belastungen auf die Gemeinde zukämen. Die Fraktion der FWG hingegen steht der Maßnahme negativ gegenüber. Laut FWG-Fraktionssprecher Wolfgang Immich ist für das von der Ortsgemeinde Enkirch in Auftrag gegebene Bau- und Nutzungskonzept mit einem Investitionsvolumen von l,7 bis l,9 Millionen Euro zu rechnen. Bei einer Förderung von 60 Prozent durch den Investitionsstock komme eine Eigeninvestionssumme von etwa 750 000 Euro auf den Gemeindehaushalt zu. Dies ergebe - über Fremdkapital finanziert bei einer Laufzeit von 40 Jahren - eine jährliche Belastung für die Gemeinde von etwa 59 500 Euro. Ihm erscheine bei der derzeitigen Haushaltslage mit etwa 450 000 Euro Verschuldung und einer Unterdeckung des Verwaltungshaushalts von über 77 000 Euro eine Entscheidung für den Umbau als verantwortungslos. Es sei zwar richtig, dass das alte Gebäude saniert werden müsse und marode Dachflächen neu hergerichtet werden müssten, doch seien die Kosten für diese Arbeiten wesentlich niedriger als alleine die Architektenhonorare für den Umbau. Immich kritisierte, dass etwas gebaut werden solle, was mit dem Saal Loosen schon nahezu identisch bestehe. Es sei geplant, ein Vereinshaus mit einem Veranstaltungsraum mit etwa 280 bis 300 Sitzplätzen bei einer Grundfläche von 220 bis 250 Quadratmetern zu bauen. Genau dies biete auch der Saal Loosen, nur seien dort die infrastrukturellen Bedingungen wesentlich besser als im neu geplanten Gemeindesaal. Immich erinnerte an sehr beengte Parkverhältnisse, Nichterreichbarkeit mit einem Bus, schlechte Zuwege für körperlich behinderte Menschen, Geräuschbelästigung der Anwohner und eine Küche, die selbst bewirtschaftet werden müsste. Außerdem wäre die Sauberhaltung und Beheizung des Saales Gemeindesache. Nach einer Diskussion über die weitere Verfahrensweise kam der Vorschlag, ein Konzept zu erstellen, auf dem die zu beantragenden Fördermaßnahmen basieren sollen. Mit zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung beschloss der Rat, den Entwurf von Architekt Werner Simon, Kinderbeuern, mit einigen Änderungen als Grundlage für die Beantragung von Fördermitteln zu benutzen.