1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Am Ende sind die Kosten niedriger als geplant

Am Ende sind die Kosten niedriger als geplant

Nach Sanierung und Erweiterung lädt die Kita St. Maternus in Ürzig zum Tag der Offenen Tür ein. Rund 610 000 Euro hat die Gemeinde investiert.

Ürzig Oftmals laufen bei Baumaßnahmen die Kosten davon und das Gebäude wird teurer als erwartet. Nicht so in Ürzig. Statt der geplanten 700 000 Euro Umbaukosten für die Katholische Kindertagesstätte St. Maternus liegt die Rechnung nun bei 610 000 Euro. "Darüber sind wir sehr froh. Die Endabrechnung steht noch aus, aber wir sind deutlich unter dem geplanten Ansatz geblieben", freut sich Ürzigs Ortsbürgermeister Arno Simon. Der Anteil von Land und Kreis liegt bei etwa 245 000 Euro, auch das Bistum hatte sich mit etwa 30 000 Euro beteiligt, den Rest bezahlt die Gemeinde.
Vor einem Jahr mussten die Kinder wegen des Umbaus umziehen und wurden auf benachbarte Kitas in Kröv und Zeltingen verteilt. Inzwischen sind die Kinder wieder in Ürzig, wo an diesem Samstag ab 14 Uhr zum Tag der Offenen Tür eingeladen wird.
"Nach fast einjähriger Bauzeit konnten unsere Kinder pünktlich nach den Sommerferien ihren neuen Kindergarten beziehen. Die Integration der vorhandenen Bausubstanz mit dem Neubau ist hervorragend gelungen," freut sich Ortsbügermeister Arno Simon. Der Umbau war notwendig, denn der Bedarf an Kita-Plätzen in Ürzig ist gestiegen. Das Angebot für Kinder unter drei Jahren und die Ganztagsbetreuung sollten daher aufgestockt werden (der TV berichtete am 15. Juli 2016). Von einem Neubau sah die Gemeinde damals ab, um den Ortskern zu stärken und attraktiv zu halten. Ein Neubau hätte zudem 1,3 Millionen Euro gekostet, eine Summe, die kaum zu stemmen war.
Dass die Kita im Ortskern bleibt, hat aber auch noch einen anderen Grund. Sie liegt nämlich in einem historischen Gebäude, das die Christian-Dieden-Stiftung der Gemeinde vor über 100 Jahren überlassen hatte. Dieden (1810-1889) war ein vermögender Weingutsbesitzer und Politiker. Seine Witwe vermachte das Vermögen der katholischen Pfarrgemeinde Ürzig, die mit dem Geld unter anderem ein Altenheim bauen ließ. In diesem Areal ist schließlich auch eine Kita eingerichtet worden.
"Die Senioren freuen sich schon wieder, die Kinder sehen zu können," sagt Arno Simon. Denn das Zusammenwirken mit dem Seniorenheim St. Josef als Mehrgenerationenhaus würde beiden Einrichtungen nützen.
So werden zum Beispiel gemeinsame Gottesdienste und gegenseitige Besuche veranstaltet. Wie Kita-Leiterin Desire Kaufmann erklärte, bringe das auch aus pädagogischer Sicht Vorteile. Kinder würden so lernen, dass auch ältere Menschen zum Leben dazugehören.
Durch die vorgenommene Erweiterung können jetzt auch die unter dreijährigen Kinder betreut und insgesamt 30 Kinder in zwei gemischten Altersgruppen aufgenommen werden.
Für Kinder unter drei Jahren stehen 14 Betreuungsplätze zur Verfügung. Auch das Ganztagsangebot wird erhöht. Zudem wurde eine Küche mit Hauswirtschaftsraum eingebaut, damit die Speisen für die Kinder selbst zubereitet werden können. Durch den Erweiterungsbau wurde das Raumangebot auf zwei Gruppenräume, eine Bewegungsbaustelle, einen Ruheraum, einen Schlafraum, einen Wickelraum, einem Büro für die Kita-Leitung, Küche, Hauswirtschaftsraum und weitere Nebenräume erweitert.
Extra: TAG DER OFFENEN TÜR


Zum Tag der Offenen Tür laden Kinder, der Elternausschuss, das Erzieherteam, die KiTa gGmbH und die Ortsgemeinde Ürzig ein. Interessierte Bürger können d den neuen Kindergarten und die einzelnen Räume besichtigen. Außerdem gibt es ein umfangreiches Kinderprogramm. So gibt es unter anderem Kinderschminken und eine Ballon-Modellieren. Für die musikalische Begleitung sorgt der Unterhalter Bernd Oster. Speisen und Getränke werden ebenso angeboten. Der Erlös kommt den Kindern der KiTa für Anschaffungen zu gute. Auf vielfachen Wunsch werden als Erinnerung an die Kindergartenzeit die alten Stühle der Kinder gegen eine kleine Spende abgegeben. Um den Erinnerungswert zu erhöhen, besteht die Möglichkeit, die Stühle kostenlos an diesem Tag mit einer individuellen Gravur (Name, Vorname oder sonstiges) prägen zu lassen.