Am Ende war es ein dicker Hund

Mit "Tänzer, Terror, Tanzgeschichten" verabschiedet sich das Wittlicher Kulturamt von den diesjährigen Wittlicher Kulturtagen. Ob für Musik-, Tanz- oder Literaturbegeisterte, für jeden war etwas dabei.

Wittlich. Sind es die außergewöhnlichen Dinge, die in Erinnerung bleiben, so bleibt dieser Abend den Besuchern unvergesslich. Musikalisch untermalt aus der Konserve und tänzerisch dargestellt von Simona Piroddi las Koni Hanft Geschichten aus der Welt des Tanzes. "Ein Raum, in dem alles sein kann, oder nichts", las Hanft aus einem Text von Saburo Teshigawara, wenn dies zutrifft, so war im Raum der Wittlicher Synagoge an diesem Abend alles. Dass der Traum vieler Mädchen, eine Tänzerin zu werden, oft auch schlaflose Nächte mit sich bringt, stellt Piroddi beeindruckend dar. Tanzen statt essen, schlank sein statt satt sein, spiele nicht, sondern tanze dein Spiel, erzählt sie bewegend. Nach einem Text aus Jo Ann Endicotts "Ich bin eine anständige Frau" und der anschließenden Arie aus Orfeo et Euridice "Ach, ich habe sie verloren" , zu der Piroddi hinreißend und ausdrucksstark tanzt, ist das Publikum gefesselt und tief berührt. Doch am Ende war es ein dicker Hund, der die Melancholie vertrieb! Elke Heidenreichs Geschichte von Nurejews etwas übergewichtigem und besonders trägem Hund, der im Alter heimlich beim Tanz ertappt wurde, entließ die Besucher in bester Stimmung.
Weshalb lediglich etwa 40 Plätze in der Synagoge besetzt waren, darüber bleibt nur zu spekulieren. Am Programm kann es jedenfalls nicht gelegen haben. Diejenigen, die gekommen waren, waren begeistert. romi