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Am Idarkopf entsteht ein neuer Hotspot für alle Radbegeisterten

Freizeit : Am Idarkopf entsteht ein neuer Hotspot für alle Radbegeisterten

Jenseits der Kreisgrenze entsteht bei Stipshausen im Landkreis Birkenfeld auf dem ehemaligen Skigelände am Idarkopf ein Bikepark, der ab 2022 jedes Jahr zehntausende Mountainbiker in den Hunsrück locken soll. 

Mountain-Biken ist im Trend. So engagiert sich die Trailpark Erbeskopf GmbH aus Ottweiler an der höchsten Erhebung von Rheinland-Pfalz und will dort mit insgesamt acht Abfahrten Mountain-Biker an den Erbeskopf locken (der TV berichtete).

Doch nur wenige Kilometer entfernt soll rund um das einstige Skigebiet Idarkopf bei Stipshausen in der Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen eine weitere Destination für Mountain-Biker entstehen.

Wenn alle Genehmigungen wie erhofft in diesem Jahr erteilt werden, kann voraussichtlich 2022 der sogenannte Bike- und Naturerlebnispark Idarkopf eröffnet werden, sagt Nico Reuter. Sein Unternehmen Ecoparc-Concepts plant das Projekt gemeinsam mit der Ortsgemeinde Stipshausen und will es auch betreiben.

Für eine Investitionssumme von rund fünf Millionen Euro entstehen auf und um die ehemaligen Skihänge am Idarkopf elf Trails mit einer Gesamtlänge von 23 Kilometern in allen Schwierigkeitsstufen, von grün für Totalanfänger und Familien über blaue und rote Strecken für vorsichtige und mittelstarke Fahrer sowie schwierige schwarze Trails für geübte Cracks.

 „Die besten Trailbauer Europas werden kommen“, sagt der 37-jährige. Dazu entsteht eine Liftanlage, mit denen die Biker auf den Gipfel gezogen werden sowie Gebäude für einen Bike-Shop und Gastronomie.

Rund 20 Prozent der Investitionssumme fließen in Ausgleichsmaßnahmen. „Wir legen viel Wert auf Naturverträglichkeit“, sagt Reuter. „Wir haben das maximal Mögliche gemacht –  mehr als für die Genehmigungen erforderlich ist.“

Die Liftanlagen können im Winter auch für Skifahrer umgerüstet werden und der Idarkopf möglicherweise auch wieder für Wintersportler interessant werden. Doch lehnt der naturverbundene Reuter Beschneiungsanlagen wie am Erbeskopf ab.

Das Unternehmen Ecoparc Concepts ist 2014 als Startup-Unternehmen gegründet worden und berät europaweit Investoren beim Bau von Trail-Parks. Als Absolvent der Hochschule am Umweltcampus ist Reuter dabei die Umweltverträglichkeit sowie der Aspekt des nachhaltigen Tourismus wichtig.

„In anderen Ländern ist Mountain-Bike früher kanalisiert worden“, sagt er. Mit der Konsequenz, dass dort Strecken für Wanderer und Geländeradfahrer früher getrennt und „wilde Fahrten“ auf Wanderwegen unterbunden wurden. „Wir wollen solche Destinationen naturnah und umweltverträglich entwickeln“, sagt er.

Im Trailpark am Erbeskopf sieht Reuter keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung des Angebots für Touristen, die mehrere Tage in den Hunsrück kommen und dabei in verschiedenen Parks fahren wollen.

Als Beispiel nennt Reuter die beiden rund 30 Kilometer voneinander entfernten Parks in Winterberg und Willingen im Sauerland, die sich gegenseitig befruchten und zwischen 60 000 und 80 000 Biker jährlich anlocken.

Für das erste Jahr rechnet er mit 25 000, in den folgenden Jahren mit bis zu 50 000 Radfahrern, die als mehrtägige Urlauber und Tagestouristen aus einer Entfernung von bis zu drei Fahrstunden zum Bike- und Naturerlebnispark Idarkopf kommen.

Für den Stipshausener Ortsbürgermeister Frank Marx ist der Bikepark Idarkopf „eine Supersache“. Die 840 Einwohner zählende Ortsgemeinde und Ecoparc Concepts hätten den Bikepark gemeinsam „sorgfältig und wohlüberlegt“ geplant.

Das Gelände am Idarkopf gehört zur Kernzone des Naturparks Saar-Hunsrück und liegt in einem FFH-Schutzgebiet. Ein Bikepark bedeutet für Marx offensichtlich kein Widerspruch. Sport wie bis vor wenigen Jahren das Skifahren und jetzt das Radfahren ist Erholung in der Stille, sagt er. „Der Bikepark ist eine Chance, die kein zweites Mal mehr kommt“, sagt er. „Ein solcher Hotspot kann für die Region gut sein.“ Er biete die Möglichkeit, den Hunsrück als Ziel für Radfahrer weiterzuentwickeln.

Es mache auch Sinn, im Umkreis des Nationalparks Hunsrück-Hochwald solche Projekte zu initiieren. „Wir sehen es als Fortschritt, dass wir außer Wanderwegen auch andere Dinge anbieten können“, sagt er. Reicht das gastronomische Angebot und die Übernachtungsmöglichkeiten rund um Stips­hausen für so viele Sportler denn aus? „Das kommt automatisch“, sagt der Ortsbürgermeister. Und: „Wir haben bereits Anfragen.“