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Am Kindergarten Platten soll angebaut werden

Infrastruktur : In Platten ist weiter Geduld gefragt

Am Kindergarten soll angebaut werden. Doch die Planungen brauchen Zeit, die die Eltern nicht haben.

Die Stimmung im Gemeinderat Platten ist angespannt. Auf der Tagesordnung stehen Informationen zur Kindertagesstätte. Schon seit einem Jahr ist klar, dass das Kindergartengebäude zu klein ist. 50 Plätze gibt es, davon 24 für Ganztagskinder und zwölf für Kinder ab zwei Jahren. Schon jetzt können erst Zweijährige aufgenommen werden, wenn eines der Kinder, das  den Kindergarten bereits besucht, drei Jahre wird. Das bedeutet Wartezeiten. Bis zum Ende des Sommers ist die Einrichtung voll, und auch wenn die Vorschulkinder zur Schule gehen und einige Plätze frei werden, ist eine weitere Aufnahme von Kindern nur bis zum Frühjahr 2020 möglich. Gemeinderatsmitglied Andrea Becker sagt: „Wir sollten schauen, dass wir zügig zu einer Lösung kommen, denn die Eltern brauchen Gewissheit. Die Arbeitgeber wollen ja wissen, wann die Mütter oder Väter ihre Elternzeit beenden können.“

Auch andere Ratsmitglieder sind mit den Fortschritten bei den Planungen nicht zufrieden. Einigen fehlt ein Alternativvorschlag zum Anbau. „Nur mit einem Vorschlag muss man dem zustimmen. Es wäre gut gewesen, man hätte eine Alternative prüfen lassen, beispielsweise einen Neubau auf dem Kitagelände“, sagt Patrick Köhler. Dem entgegnet die Ortsbürgermeisterin: „Das haben wir mit der Verwaltung geprüft, und es wären dann zwei getrennte Einrichtungen auf einem Gelände, das ist in der Praxis und im Kindergartenalltag nicht umsetzbar.“ Andere  befürchten, dass die bestehende Heizungsanlage nicht erweitert werden kann und eine neues Heizsystem gebaut werden muss. Dazu Ortsbürgermeisterin Dorothee Kuhnen: „Das will ich auf jeden Fall verhindern. Der Anbau an das bestehende Kindergartengebäude ist für die Gemeinde schon jetzt eine riesige finanzielle Belastung, die uns das Land auferlegt hat, und ich möchte nicht, dass es sich deutlich verteuert.“ Bisher geht man von Kosten von rund 700 000 Euro für den Anbau aus. Kämen noch Sanierungen im Altbau dazu, würde das Projekt noch einmal teurer.

Um eine genaue finanzielle Kostenschätzung zu haben, muss in einem nächsten Schritt ein Energieberater berechnen, ob im Altbau energetisch saniert werden muss. Dieser Berechnung hat der Gemeinderat zugestimmt und möchte, wenn das Ergebnis da ist, einen Termin mit dem Architekten, damit er das Projekt den Ratsmitgliedern vorstellt. Denn viele von ihnen konnten an den Sitzungen die zwischen Architekt, Erzieherinnen und Fachbehörden nicht teilnehmen, da diese in ihren Arbeitszeiten lagen.

Ob es mit den Bauarbeiten bald losgeht, scheint noch ungewiss, denn die Zuschussanträge müssen bis zum 1. August gestellt sein, und dazu müssten alle Genehmigungen vorliegen. „Das ist fast nicht zu schaffen“, so die Ortsbürgermeisterin. Und ohne die Zuschüsse kann nicht gebaut werden.

Entlastung soll ein Waldprojekt bringen. Dorothea Kuhnen sagt: „Aktuell gibt es zwei geburtenstarke Jahrgänge. Das ist der bestehende Engpass. Mit dem Waldprojekt wollen wir die Spitze der Kinderzahlen abfangen. Die Geburtenzahlen gehen aktuell wieder zurück.“ Ein Bauwagen wurde bereits angeschafft und eine Stelle im Wald ausgesucht, an der die Kinder sich aufhalten können. Jetzt braucht es noch eine Baugenehmigung für den Bauwagen. Zudem soll der Platz noch von Dornen befreit werden.