Am Krankenhaus Wittlich starten die Arbeiten für Strahlentherapie

Start eines Bauprojektes am Krankenhaus Wittlich : Bestrahlung hinter dicken Mauern

Am Krankenhaus Wittlich starten die Arbeiten für ein Sechs-Millionen-Projekt: Im Gebäude wird die Strahlentherapie untergebracht, damit bleiben Patienten lange Wege erspart.

Den großen Kran, der unterhalb der ehemaligen Schwesternwohnheime und der heutigen Krankenhausverwaltung steht, sieht man schon von Weitem. Auf der dazugehörigen Baustelle wird momentan die Schalung für die Bodenplatte des neuen etwa 1500 Quadratmeter großen Anbaus gefertigt.

Dort wird voraussichtlich im April 2020 eine Strahlentherapiepraxis in Betrieb gehen, die von der X-Care Gruppe angemietet wird. Die Praxis bekommt einen Kooperationsvertrag mit dem Verbundkrankenhaus Wittlich, ähnlich wird es bereits bei der Radiologie gehandhabt.

Wichtig ist die Strahlentherapie in der Kreisstadt, weil die Patienten, die eine Krebserkrankung haben und mit einer Strahlentherapie behandelt werden, momentan dafür nach Trier, Koblenz, Neuwied, Merzig oder Idar-Oberstein fahren müssen. Dort sind die nächsten Strahlenzentren. Sabine Zimmer, Öffentlichkeitsarbeit des Verbundkrankenhauses sagt: „Das Verbundkrankenhaus bietet ein umfassendes Diagnose- und Therapieangebot für verschiedenste onkologische Erkrankungen an, beispielsweise ist hier ein zertifiziertes Brust- und Darmzentrum.“ Sie ergänzt: „Das neu geplante strahlentherapeutische Angebot wird das regionale Versorgungsangebot abrunden, denn es ist ein wichtiges Behandlungsmodul, neben Operationen und der Chemotherapie.“

Das Gebäude wird zweigeschossig. Im Erdgeschoss entstehen Räume zur Anmeldung, ein Wartebereich, Untersuchungs- und Arztzimmer, ein CT- Raum sowie Umkleiden und Toiletten. Vor allem werden aber die medizinischen Geräte zur Bestrahlung, unter anderem ein Linearbeschleuniger, ihren Platz finden. Es werden ionisierende Strahlungen, die besonders energiereich sind, zu therapeutischen Zwecken verwendet.

Das Bundesamt für Strahlenschutz schreibt dazu: „Die ionisierende Strahlung erzeugt Schäden am Erbgut der Zellen und kann dadurch die Zellteilungen verhindern und die Zellen zum Absterben bringen. Gesundes Gewebe besitzt Reparaturmechanismen. In Krebszellen funktionieren diese Mechanismen oft nur eingeschränkt. Dadurch reagieren bösartige Tumore besonders empfindlich auf diese Strahlung.“

Das bedeutet besondere Anforderungen an den Bau. Es gibt spezielle Strahlenschutz-Vorgaben, die es notwendig machen,  viel Stahl und Beton zu verbauen. Manche Wände und Decken werden hier für eine optimale Abschottung eine Stärke von drei Metern haben. Zudem hat die Klinik bereits im Vorfeld Gebäudeteile tief ins Erdreich geplant. Dadurch kommt es zu einer Bausumme von 6,1 Millionen nur für das Gebäude. Zuschüsse gibt es keine. Das Verbundkrankenhaus finanziert diesen Betrag selbst.

Eine Erweiterungsmöglichkeit für den Betrieb eines weiteren Linearbeschleunigers wurde bei den Planungen berücksichtigt. Im Obergeschoss des neuen Gebäudes sind Büro-, Verwaltungs-, Personal- und Lagerflächen vorgesehen. Zudem wird die radiologische Gemeinschaftspraxis Verwaltungsräume bekommen. Parkplätze und eine Verbindung zum Klinikgebäude werden ebenfalls gebaut.