Am Kueser Moselufer soll der provisorische Parkplatz mit Buchten ausgestattet werden

Kostenpflichtiger Inhalt: Verkehr : Mehr Parkbuchten und Grün für das Kueser Moselufer

Am Kueser Moselufer soll der provisorische Parkplatz mit gekennzeichneten Buchten und mehr Grün ausgestattet werden. Er würde wegfallende Stellflächen auf der anderen Moselseite weitgehend kompensieren.

Derzeit schnauft die Stadt Bernkastel-Kues kurz durch. Ab kommendem Freitag ändert sich das schon wieder. Dann beginnt der Weihnachtsmarkt (22.November bis 22. Dezember). Zumindest an den Wochenenden herrscht dann wieder Parkplatznot in der Stadt. Viele Besucher werden auf das Gelände am Moselufer Kues ausweichen.

Dort, auf dem etwa 1,4 Hektar großen Gelände zwischen der so genannten Thanisch Spitz und dem Minigolfplatz, stehen auch während der Saison Fahrzeuge: in der Mehrzahl Autos der Anwohner auf der anderen Straßenseite und tagsüber auch Wohnmobile. Gekennzeichnete Parkbuchten fehlen allerdings. Das soll sich ändern. Das Gelände, das während des Weinfestes der Mittelmosel als Rummelplatz dient, soll ein ganz normaler Parkplatz werden.

Das hat in erster Linie mit den geplanten Änderungen auf der anderen Moselseite zu tun. Der große Parkplatz soll, wie mehrfach berichtet, umgestaltet werden. Das würde mit dem Verlust von Stellflächen einhergehen. Der Grund: Um an Fördergelder zu kommen, muss das Gelände so verändert werden, dass auch die Aufenthaltsqualität für Fußgänger steigt. Pläne für die Umgestaltung gibt es nach einem Wettbewerb bereits. Etwa 100 der mehr als 500 Plätze könnten betroffen sein. Deshalb gibt es, zum Beispiel aus der Geschäftswelt, die Forderung nach einer Kompensation an anderer Stelle.

Deshalb soll auf der anderen Moselseite, etwas abseits, Ersatz geschaffen werden. „Die Planungen sind aber noch in einem ganz frühen Stadium“, sagt Christoph Heckel vom Büro BGH Plan (Umweltplanung und Landschaftsarchitektur) in Trier bei der Vorstellung des Vorentwurfs im Stadtrat. Das fange schon mit der Frage an, ob das Gelände schon außerhalb des städtischen Bebauungsplans liege. Für das Areal, so Heckel, gebe es keinen Bebauungsplan.

Grundlegende Fragen müssten mit der Kreisverwaltung, der Struktur- und Genehmigungsbehörde sowie dem Wasser-und Schifffahrtsamt geklärt werden. Erst danach könnten die Planungen konkreter werden.

Da der Platz aber auch derzeit schon genutzt wird, dürften die Chancen auf eine geordnete Gestaltung nicht so schlecht sein.

222 Parkplätze, viel mehr als bisher, könnten nach Angaben von Christoph Heckel in zwei gegenüberliegenden und durch eine Fahrspur getrennten Reihen entstehen. Ziehe man die Zahl der derzeitigen Nutzer ab, könne der Schwund auf der anderen Moselseite annähernd aufgefangen werden.

Der Vorentwurf sieht vor, dass auch der Teil des Platzes, der bisher tagsüber von Wohnmobilen genutzt wird, dann Autos vorbehalten bleibt. Von diesem Gelände erreicht man die Bernkasteler Altstadt in etwa zehn Minuten.

In die Planungen einbezogen werden soll auch der Minigolfplatz. „Dann kämen noch einmal 100 Plätze dazu“, sagt Heckel.

Stadtbürgermeister Wolfgang Port (CDU) betont, dass damit der Wegfall des Minigolfplatzes keinesfalls beschlossene Sache sei. Die Stadt wolle sich nur dafür wappnen, dass dort einmal andere Überlegungen angestellt würden oder es einen anderen Standort für das Freizeitgelände gebe.

Der Platz und die angrenzenden Grünanlagen werden auch von Spaziergängern und Fahrradfahrern gerne genutzt. Auch sie sollen von einer Neugestaltung profitieren.

Die Fläche soll nur über drei Einfahrten zu erreichen sein. Ansonsten sieht der Vorentwurf vor, den Streifen zur vielbefahrenen L 47 zu begrünen.

Die Vertreter der Fraktionen begrüßen den Vorentwurf unisono. Wichtig sei, die Anwohner mit ins Boot zu nehmen, fordert Axel Weber (UBU). „Es wird eine Bürgerversammlung geben“, verspricht der Stadtbürgermeister. Wichtig sei auch, in Kues fertig zu sein, bevor in Bernkastel die Arbeiten beginnen, sagt Robert Wies (FDP). Wichtig für das Weinfest: Während dieser Zeit würde der Parkplatz, wie derzeit auch, weiter dem Rummel zur Verfügung stehen.

Obwohl sich die Planungen noch im Anfangsstadium befinden, kann Christoph Heckel schon Angaben zum Finanzaufwand machen. Die reinen Baukosten (ohne die Planung) beziffert er auf etwa 1,4 Millionen Euro. „Das sind 100 Euro pro Quadratmeter“, erklärt Heckel.

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