Amadeus und Aloisius

THALFANG. Showtanz und Hitparade gaben beim Galaabend der "Tholfanger Spetzbouwe" den Ton an. Gespickt hatten die Narren das himmlische Programm mit Anekdoten aus dem Dorfgeschehen.

Jede Menge närrisches Volk trieb sich auf der Kappensitzung der "Tholfanger Spetzbouwe" herum. Manche waren sogar so "vernarrt", dass sie gleich mehrfach mitmischten. So wirbelten die schwergewichtigen afrikanischen Ureinwohnerinnen nur wenig später als schillernde Schlagerstars der 70er Jahre über die Bühne und zauberten zur Begeisterung der 260 Besucher Hitparaden-Flair in den Thalfanger Festsaal. Was sie aber offensichtlich nicht genug aus der Puste bringen konnte. Überzeugten sie doch zu vorgerückter Stunde zusätzlich als "Fünf Junge Tenöre".Damenwelt bringt Saal zum Kochen

Überhaupt zogen sich schwungvolle Musik in Verbindung mit schweißtreibender Tanz-Akrobatik beim Gala-Abend des Karnevalvereins "Tholfanger Spetzbouwe" wie ein roter Faden durch das Programm. Das Einheizen hatten die quirligen Mädels der Großen und Kleinen Garde übernommen. Die Seeräuber-Fraktion der "Hilschder Hauhuppser" stand ihnen jedoch in nichts nach.Im Anschluss an die Pause, in der Karl Pauli als Zeremonienmeister der "Spetzbouwe" verabschiedet wurde, brachte die Thalfanger Damenwelt den Saal zum Kochen.In Mozartzopf, standesgemäßer Kleidung und wasserfester Schminke legten sie mit "Rock me Amadeus" einen Showtanz aufs Parkett, der die Aufmerksamkeit des Publikums wieder ganz auf die Bühne konzentrierte.Dem erst spät angesetzten Zwiegespräch von "Seppi und Timo" wurde großes Interesse zuteil. Ließen doch Ortsbürgermeister Franz-Josef Gasper und sein Sohn Timo in gewohnter Manier das Dorfgeschehen Revue passieren und nahmen dabei die Thalfanger selbst aufs Korn. Ein karnevalistisches Muss, das von den Deuselbacher Singdrosseln ebenso unterstützt wurde wie von Protokoller Christoph Neese.Derweil zog sich die Thalfanger Jugend dank des Engagements von Daniel und Raphael selbst durch den Kakao. Ehemann Thomas Borgsmüller berichtete dagegen von ganz persönlichen Nöten. Vor allem mit seiner holden Gattin, die ja vor allem innere Werte hätte, weshalb er schon überlegt hatte, "ob man sie auch wenden könnte". Wofür diese sich jedoch anscheinend pfiffig zu revanchieren wusste. Wegen der Drückebergerei ihres Mannes beim Birnenwechseln - "Bin ich der Vochtel?" - konterte sie auf gleiche Weise zurück. Dem hilfreichen Nachbarn bot sie statt Kuchen eine andere Gegenleistung, was sie dem verdutzten Gatten mit der Frage "Bin ich der Bäcker?" erklärte.Verstärkung erhielten die "Spetzbouwe" von einer zum Teil weit angereisten Narrenschar. Zum einen hatten sich zwei betagte "Damen" vom hinterm Wald auf die Reise nach Thalfang gemacht. Im Wartezimmer des Arztes vertraute die bärtige "Hilde" dem "Kattchen" an, wie ihre bessere Hälfte wegen Rechthaberei zu Tode kam.Schuld sei nämlich dessen unerschütterliche Überzeugung "das ist kein Knollenblätterpilz" gewesen.Die weiteste Anreise hatten jedoch zwei Bayern, die es direkt vom Himmel an den Erbeskopf verschlagen hatte. Chris Meiler, rühriger Thalfanger Gastronom, hatte sich nämlich für das Mittelgebirgs-Skigebiet als Alternative zu einem künftigen Leben in Afrika entschieden, das der Himmel selbst für ihn ausgesucht hatte.Ein Verweilen auf Wolke sieben, ganz nach dem Vorbild des "Aloisius", war jedenfalls nicht möglich gewesen, wie ihm dort eine himmlische Kraft (seine Mutter Ulrike) erklärt hatte: "Sechs Milliarden Menschen können wir doch nicht hier oben behalten."