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Amerikanischer Konzern verkauft Landscheider Suki

Amerikanischer Konzern verkauft Landscheider Suki

310 Menschen arbeiten bei Suki International in Landscheid (Kreis Bernkastel-Wittlich). Sie gehören ab sofort zur Serafin Unternehmensgruppe. Der US-Konzern Illinois Tool Works hat die Suki-Gruppe mit insgesamt 770 Beschäftigten verkauft. Der Landscheider Geschäftsführer und der Betriebsratsvorsitzende sehen die Übernahme positiv. Sie erhalte die Arbeitsplätze beim Bau- und Handwerkermarktzulieferer.

Landscheid. "Der Betriebsrat und auch die gesamte Belegschaft beurteilen die Übernahme durch die Serafin-Unternehmensgruppe zunächst positiv, da hierdurch eine Erhaltung der Arbeitsplätze gewährleistet ist", sagt Klaus Brausch, Betriebsratsvorsitzender von Suki International in Landscheid. Die Firma, in der 167 Frauen und 143 Männer, davon 19 Azubis, arbeiten, erlebt ihren vierten Gesellschafterwechsel seit Gründung 1951 und blickt positiv nach vorn. "Seit Jahren liegt unser Investitionsbudget im hohen sechsstelligen Bereich, und wir planen dieses Volumen auch für die nächsten Jahre", sagt Geschäftsführer Sebastian Laus. Der Haustarifvertrag mit der IG Bau sei erst im November erhöht worden und wie auch die Gehälter gesichert. Dabei sei nach der Insolvenz von Praktiker und Max Bahr im August und September noch Kurzarbeit Thema gewesen.Beschläge für Möbel


Dass Suki das Wegbrechen dieser Kunden relativ gut verkraftet hat, liegt wohl auch daran, dass die Landscheider auf internationale Geschäfte gesetzt haben. "Unsere Hauptkunden sind Bau- und Heimwerkermärkte. Heute gehören 14 der 15 größten Baumarktkonzerne in ganz Europa zu unseren Partnern. Die Belieferung unserer Kunden spannt sich vom Nordkap bis zur Insel La Réunion bei Madagaskar, jedoch liegt unser Schwerpunkt in Europa, wo wir heute alle Länder beliefern", sagt Laus - und: "Seit 2010 haben wir unser internationales Geschäft erheblich weiterentwickelt. Uns ist der Eintritt in den wichtigen britischen Markt gelungen, indem wir in unserem Kernsortiment den zweitgrößten Anbieter in Großbritannien, Homebase, akquirieren konnten. Darüber hinaus ist es uns gelungen, einen der erfolgreichsten und größten Händler aus dem Bereich der Möbelhäuser auf internationaler Bühne als Kunden zu gewinnen."
Die Mengen, die Suki von Landscheid aus auf die Reise schickt, sind enorm: Es sind 60 Tonnen am Tag für 500 Kundenaufträge mit 28 000 Auftragspositionen. Dabei sind Vertrieb und Verwaltung aller deutschen Unternehmen in Landscheid: "Daneben ist hier die gesamte Logistik, vom Wareneingang inklusive Qualitätslabor, über interne Fertigung mit Heimarbeiterversorgung, Kommissionierung, Verpackung und Versand", sagt der Geschäftsführer. Das macht die Firma nahe der A-60-Auffahrt auch unübersehbar: Das Grundstück ist 103 000 Quadratmeter groß, 34 000 Quadratmeter sind bebaut.
Nähe zum Verbraucher


Seit 1967 setzt die von Werner Klein und Erich Schneider in Iserlohn gegründete Firma auf die Eifel. Sebastian Laus: "Landscheid liegt im Herzen Europas. Einen Großteil der europäischen Verbraucher können wir durch die geografische Nähe zu den Ballungsgebieten in den Niederlanden, Belgien, dem Rhein-Ruhr-Gebiet, dem Rhein-Main-Gebiet oder dem Großraum Paris binnen kürzester Zeit erreichen. Der Ausbau der A 60 hat uns den für uns wichtigen Importhäfen Antwerpen und Rotterdam nähergebracht."
Innovationen in Arbeit


Und auch zur Eisenwarenmesse 2014 in Köln ist es ein Katzensprung: Dort soll ein neues Handwerkszeugsortiment gezeigt werden, das auch "Gelegenheitsheimwerker" glücklich macht. Und es soll noch eine Landscheider Neuheit geben: ein Hakensystem, das auf glatten Oberflächen ohne Klebstoff hält.Extra

Kernbereiche der Suki International Gruppe sind Klein eisenwaren, Handwerkzeuge, Selbstklebeprodukte, Hardware wie technische Beschläge, Holzverbinder, Ketten, Seile und Rollen. 30 000 Artikel werden nach eigenen Angaben in 5000 Verkaufspunkte in mehr als 40 Länder geliefert. Außerdem kommen die Tochterunternehmen Facido und BM.S mit Logistikdienstleistungen und Merchandising-Services dazu. Suki wird als eigenständiger Teil der Serafin-Gruppe weitergeführt. Suki bildet in den Berufen Kaufmann im Groß- und Außenhandel, Fachkraft für Lagerlogistik, Fachlagerist, Fachinformatiker Systemintegration und Anwendungsentwicklung aus. Die kleinsten Teile, die Suki von Landscheid aus liefert, sind Produkte wie die Unterlegscheibe M2, die größten Teile ein Schiebetürbeschlag für Schranktüren oder Fahrradständer von 1,60 Meter Größe. sosExtra

Die Serafin Unternehmensgruppe in München blickt auf 150 Jahre Unternehmertradition. Aktuell erzielt die Gruppe nach eigenen Angaben mit 1300 Mitarbeitern 270 Millionen Euro Jahresumsatz. Serafin erwirbt Unternehmen im Bereich Automobil, Konsumgüter, Kunststoff und Maschinenbau. sos