Ein Dauercamper beschwert sich über Störungen während des Pferdefestes in Bernkastel-Kues. Der Veranstalter versichert, alle Auflagen eingehalten zu haben. Das bestätigt auch der Campingplatzbetreiber.

Feste und Feten : Nach dem Pferdefest an der Mosel: Festival-Ärger auf dem Campingplatz

Ein Dauercamper beschwert sich über Störungen während des Pferdefestes in Bernkastel-Kues. Der Veranstalter versichert, alle Auflagen eingehalten zu haben. Das bestätigt auch der Campingplatzbetreiber.

Von Hans-Peter Linz

„Wir saßen plötzlich inmitten von bunt gekleideten Jugendlichen, wir waren nicht informiert, was da los ist,“ erzählt Peter Haimerl aus Garmisch-Partenkirchen (Bayern). Haimerl ist seit drei Jahren Dauercamper auf dem Campingplatz in Bernkastel-Kues.

Dort war am vergangenen Wochenende das kultige Pferdefestival, bei dem Konzerte und Kleinkunst geboten werden. Viele der rund 1500 Besucher tragen dazu bunte, außergewöhnlich-verrückte Kleidung. Aber manche Camper hatte das wohl überrascht. Haimerl wandte sich an den Trierischen Volksfreund. „Am Anfang war es noch ruhiger, aber später am Abend haben viele Leute einfach an den Zaunrand gepinkelt. Mir ist noch nie ein so respektloses Verhalten begegnet,“ ärgert sich Haimerl. Es habe offenbar zuwenige Toiletten gegeben, deshalb sei die Situation am Abend eskaliert. Seine Frau will sogar Männer beobachtet haben, die „blankgezogen“ hätten.

Pferdefest-Veranstalter Roman Bastgen wehrt sich gegen diese Vorwürfe: „Dass Toiletten gefehlt haben, kann ich so nicht bestätigen. Wir hatten zusätzliche Toilettenanlagen aufgestellt, sogar mehr als das Ordnungsamt gefordert hatte. Was aber stimmt ist, dass einige Männer Richtung Mosel uriniert haben. Wir haben daraufhin das Gelände mit einer Plane abgesperrt und haben am nächsten Tag das Richtung Mosel gelegene Rasenstück mit 2000 Litern Wasser aus Containern gespült.“ Vor dem Festival habe man den Dauercampern Essens- und Getränkegutscheine angeboten. Viele hätten das Festival auch sehr positiv aufgenommen. Die Veranstaltung sei it entsprechender Vorlaufzeit auf dem Campingplatz geplant worden.

Campingplatzbetreiber Oliver Heßler stellt sich hinter den Veranstalter. „Ich stand dem Fest am Anfang sehr skeptisch gegenüber und habe es mir im vergangenen Jahr angeschaut und gesehen, dass es hervorragend organisiert ist. Deshalb habe ich die Zusage gegeben, das Fest in diesem Jahr auf dem Campingplatz zu veranstalten.“ Als das „Wildpinkeln“ losging, habe man sofort reagiert, Planen gespannt und mehrfach Durchsagen gemacht, das zu unterlasen. Am nächsten Tag habe man den Campern, die sich gestört fühlten, sogar Weinpräsente als Wiedergutmachung angeboten. Heßler: „Es lief alles Hand in Hand. Man muss der Jugend doch keinen Strick daraus drehen!“ Veranstalter Bastgen lässt sich nicht entmutigen: „Nächstes Jahr wird das Pferdefest wieder stattfinden,“ versichert er.

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