Amtsantritt mit Lampenfieber

NEUNKIRCHEN. (urs) Nachdem Manfred Bungert die Geschicke der Gemeinde 15 Jahre gelenkt hat, folgt ihm Richard Pestemer im Amt nach.

Mit der Würdigung seines Amtsvorgängers begann der neue erste Mann in Neunkirchen seine Antrittsrede. Eben erst vereidigt, dankte Ortsbürgermeister Richard Pestemer dem nach 15 Jahren nicht mehr angetretenen Manfred Bungert für dessen Engagement. Der bisherige Gemeindechef, der weiterhin dem Rat angehört, habe sich nicht nur in Sachen Dorferneuerung verdient gemacht. Auch sein Einsatz für die vom Reaktorunglück in Tschernobyl betroffenen Kinder habe "Neunkirchen ins rechte Licht" gesetzt, hob sein Nachfolger hervor. Für sich selbst sieht Pestemer eine der vordringlichen Aufgaben darin, in Neunkirchen "der Jugend eine Zukunft sichern zu können". Ein Ziel, das dem 58-jährigen Vater zweier Kinder am Herzen liegt: "Ich hoffe, das wird gelingen." Gleichzeitig will er sich für die Förderung des erfreulichen Gemeinsinns einsetzen. Sein Wunsch ist, dass sich Jugend und Ältere, Alteingesessene und Zugezogene zum Wohl der Gemeinde verstärkt zusammen setzen und dabei eine "positive Streitkultur" pflegen. Für den aus Norddeutschland stammenden Journalisten, der seit 16 Jahren mit seiner Ehefrau, einer Japanerin, in Neunkirchen lebt, war die Amtseinführung ein bewegendes Ereignis. "Ich muss gestehen, dass ich ein bisschen Lampenfieber habe", bat er mit anfangs leicht heiserer Stimme die anwesenden Bürger um Nachsicht. Große Hoffnung setzt der neue Ortsbürgermeister darauf, dass es sowohl auf Orts- als auch auf Verbandsgemeinde-Ebene in Sachen Windkraft und erneuerbare Energien Fortschritte geben wird. Die bisherigen teils "fruchtlosen Kontroversen" halte er "manchmal für einen Kampf gegen Windmühlen", bedauert Pestemer. Da für ihn kurze Energieversorgungswege, Klimaschutz oder die Schaffung alternativer Arbeitsplätze einen hohen Stellenwert haben, möchte er davon auch andere überzeugen. Andererseits sieht er nicht nur diese großen Themen: "Die kleinen Dinge sind genauso wichtig wie die großen." Pestemers Wegbegleiter in den nächsten fünf Jahren wird Martin Jung sein. Auf einhelligen Wunsch des Rates startet der erste Beigeordnete bereits in seine vierte Amtsperiode. Für die Einmütigkeit der Ratsmitglieder spricht auch eine erste Entscheidung zur Änderung der Hauptsatzung. Die darin vorgesehene Erhöhung des Sitzungsgeldes von 20 Mark auf 15 Euro lehnte das Gremium ab. Mit Rücksicht auf die Finanzen der Gemeinde bleibt es bei zehn Euro.