Amtsträger aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich nehmen Stellung zur Wahl.

Kommunalwahl : Wahlergebnisse - Das sagen die Politiker aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich

Amtsträger aus dem Kreis nehmen Stellung zur Wahl.

Die Kräfteverhältnisse wurden neu ausgelotet. Die Wähler haben entschieden. Auch wenn bis Redaktionsschluss noch nicht die endgültigen Ergebnisse zur Besetzung der kommunalpolitischen Gremien vorlagen, so zeichnet sich doch ein erkennbarer Trend ab.

Wir haben mit Politikern aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich über die Europa- und Kommunalwahlen gesprochen und sie nach ihrer Meinung gefragt.

Alexander Licht (Landtagsabgeordneter und Kreivorsitzender CDU): „Ich bin natürlich enttäuscht, dass wir Stimmen verlieren. In der Region stehen wir momentan noch besser da als sonstwo, das ist ein schwacher Trost. Da es viele Berichte über das Klima in den Medien gab, war es vorhersehbar, dass die Grünen nach vorne getrieben werden. Das Ergebnis der AfD ist für mich unverständlich, gerade, da es in unserer Region kaum Arbeitslosigkeit gibt und die Christdemokraten den Wohlstand miterarbeitet haben. Aber es ist eine demokratische Wahl, das Ergebnis müssen wir nun zur Kenntnis nehmen und analysieren. Trotzdem sind wir natürlich froh, dass die CDU viele Bürgermeister mit guten Ergebnissen stellen wird.“

Elfriede Meurer (Landtagsabgeordnete, CDU): „Ich habe erwartet, dass wir Verluste einfahren, aber nicht so extrem“, sagt Elfriede Meurer. Sie sei entsetzt über das Abschneiden der Rechtsparteien: „Wir haben viel zu tun!“ Ihre Partei habe es nicht geschafft, große Themen zu besetzen.

Frank Klein (Kreisvorsitzender der FDP): „Die Wahlbeteiligung war erwartbar hoch, und auch die Briefwahl wurde gut angenommen. Ich bin sehr dankbar für den guten Wahlkampf, wie es momentan aussieht, werden unsere Ergebnisse die vorherigen übertreffen. Bei der Europawahl gab es einen klaren Sieger, die Grünen und einen klaren Verlierer, die SPD. Das ist eine Aussage, die sich in Zukunft niederschlagen wird. Durch Aktionen wie Fridays for Future ist die Aufmerksamkeit auf das Thema Klima gelenkt worden. Da ist es jetzt wichtig, dass eine vernunftsgeleitete Diskussion und eine ordentlich gemachte Klimawende durchgesetzt wird. Hysterie wäre jetzt fehl am Platz.“

Brigitte Hoffmann (Kreivorsitzende AfD): Hoffmann ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Europawahl. Man würde sich immer mehr wünschen, aber elf Sitze im Europa-Parlament seien schon sehr zufriedenstellend. Hoffmann ist sich sicher, dass die neuen Mitarbeiter gute Arbeit im Parlament leisten werden. Mit dem Ergebnis der anderen Parteien hat die AfD-Kreistagskandidatin gerechnet. Auch dass die Grünen einen hohen Zuwachs bekommen, habe sie erwartet. Hoffmann erwähnt mit Nachdruck, dass die AfD gemeinsam mit den anderen Parteien an der EU-Reformation arbeiten möchte.

Norbert Kraff (Kreisvorsitzender FWG): Norbert Kraff ist zufrieden mit der Europawahl für die Freie Wählergruppe. Er hat erwartet, dass die Grünen ein gutes Ergebnis bei der Wahl erzielen. Die bundesweite Wahlbeteiligung mit über 60 Prozent sei außerdem sehr erfreulich. Kraff findet es positiv, dass es keine absolute Mehrheit gibt für CDU oder SPD. Ein Gegenwind sei für die Demokratie wichtig. Die Verluste für CDU und SPD sieht er im stag-
nierenden Handeln der Parteien.

Johannes Schneider (Kreisvorsitzender ÖDP): „Mir liegen bisher noch keine genauen Informationen zur Kommunalwahl vor. Über das Ergebnis der ÖDP bei der Europawahl freue ich mich, denn wir haben unser Ergebnis im Vergleich zur letzten Wahl nahezu verdoppelt. Aber auch das ist ja bisher nur eine Prognose. Ich bin mir sicher, dass die Klimapolitik etwas ausgerichtet hat und die Grünen daher so gut abgeschnitten haben – obwohl sie mir etwas zu inkonsequent sind.“

Marcus Heintel (Bürgermeister VG Traben-Trarbach, SPD): Organisatorisch ist alles super gelaufen. Wir haben super schnell ausgezählt und waren einer der ersten Landkreise, der die Ergebnisse an den Landeswahlleiter geschickt hat. Dass lag daran, dass die Wahlvorstände super gearbeitet haben.“ Er bedauert natürlich sehr, dass seine Partei so „abgeschmiert“ ist.

Dennis Junk, Bürgermeister VG Wittlich-Land (CDU): „Das Ergebnis zeigt, dass die Wahlbeteiligung relativ gut war, und das ist grundsätzlich erfreulich.“ Irritiert zeigt sich Junk darüber, dass in manchen Dörfern die Zahl der ungültigen Stimmen erstaunlich hoch gewesen sei. Als enttäuschend wertet Junk, dass in einigen Dörfern seiner Verbandsgemeinde Ortsbürgermeister abgewählt wurden. Ansonsten sieht er, dass sich der Trend der Europawahl auch in der Region niederschlage.

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