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An 40 Tagen in Traben-Trarbach war es mehr als 30 Grad warm

Wetterexperte erklärt : An 40 Tagen in Traben-Trarbach war es mehr als 30 Grad warm

Rudolf Heydenreich hat die Wetterdaten für Traben-Trarbach ermittelt. 2018 war ein sehr trockenes Jahr mit viel Sonnenschein.

Seit 1985 führt der Traben-Trarbacher Hobby-Meteorologe Rudolf Heydenreich exakte Wettermessungen durch. Das zurückliegende Jahr 2018 bot einige Überraschungen. Nachfolgend sein Bericht.

Zur Niederschlagsbilanz: 208 Tage ohne messbaren Niederschlag stehen 157 Niederschlagstage gegenüber. Als Niederschlagstag zählt ein Tag mit mindestens 0,1 Liter je Quadratmeter Niederschlag als Regen, Graupel oder Schnee. Gemessen wird jeweils um 7.30 Uhr. Schnee wird geschmolzen und der Wassergehalt ermittelt. Die 157 Niederschlagstage sind recht wenig, nur in drei Jahren ab 1985 waren es noch weniger (1989: 150, 1991: 140 und 2003: 141). Bei der Gesamt-Niederschlagsmenge von 628 Liter kann man durchaus von einem Trockenjahr sprechen. Wir haben 2018 das sechsttrockenste Jahr seit meinem Aufzeichnungsbeginn 1985 erreicht. Noch trockener war es lediglich in den Jahren 1985 mit 620 Liter, 2011 mit 617 Liter und 2003 mit 594 Liter, 1991 mit 542 Liter und 1996 mit 524 Liter.

Tage mit Starkniederschlag von mehr als zehn Liter gab es 13, eine recht geringe Zahl. Dafür entschädigt allerdings die höchste in 2018 gemessene Tagesmenge, es war der 2. Dezember mit 48,5 Liter. Dies entspricht der höchsten Tagesmenge seit dem 25. Januar 1995 und der dritthöchsten Tagesmenge seit 34 Jahren, dem Beginn meiner Niederschlags-Aufzeichnungen.

Bei der Sonnenscheindauer ziehe ich jeweils die Daten der Wetterstation Trier/Petrisberg des Deutschen Wetterdienstes heran, da ich Sonnenstunden selbst nicht messen kann. Das enge Moseltal gibt dies nicht her. In Trier schien die Sonne im Jahr 2018 insgesamt 1999 Stunden, das sind 27 Prozent oder 425 Stunden mehr als im langjährigen Mittel zu erwarten gewesen wäre. Sonnenschein-Defizit hatten nur die Monate Januar, März und Dezember, alle übrigen Monate trugen zu dem hohen Überschuss an Sonnenstunden bei.

Die Anzahl der Tage mit Starkwind beziehungsweise Sturm liegt bei 30 und damit im langfristigen Rahmen. Größere Schadensereignisse waren in unserer Stadt nicht aufgetreten.

Die 27 Gewittertage sind ein recht „ordentliches“ Ergebnis. Sie verteilen sich in der Hauptsache auf die Monate Mai bis September, wobei gerade im Frühsommer unsere nähere Umgebung, Hunsrück und Eifel, von sehr schadensträchtigen Unwettern in Bezug auf Sturzfluten, Erdrutsche, Hochwasser, aber auch Hagelmassen getroffen wurde. Wir hatten wieder einmal relativ viel Glück und blieben weitgehend verschont. Bei den Gewittertagen sind als sehr außergewöhnliches Ereignis zwei Gewittertage im Dezember zu erwähnen, am 2. und 8. Dezember wurden wir nachts von lautem Donner aus der Nachtruhe gerissen. Gewitter im Dezember sind bei uns sehr selten, in meiner Statistik steht lediglich jeweils ein Gewitter im Dezember 1989/1997/2000 und 2011.

Die Temperaturbilanz ist absolut außergewöhnlich — das Stichwort Jahrhundertsommer ist nicht zu hoch gegriffen.

Warme Tage (Maximum über 20 Grad Celsius) gab es an 172. Das ist absoluter Rekord seit Messbeginn 1984. Sommertage (Maximum über 25 Grad) wurden 105 registriert, auch hier hat es ein derartiges Ergebnis seit 1984 bei weitem nicht gegeben.

Ferner gab es 40 heiße Tage (Maximum über 30 Grad) — ebenfalls ein Langzeitrekord.

Die Mitteltemperatur in Traben-
Trarbach betrug 12,8 Grad, das sind nach der Referenzperiode, die der DWD verwendet, 2,1 Grad mehr als im langjährigen Durchschnitt und zugleich das zweitwärmste Jahr seit Messbeginn 1985. Nimmt man die neuere Referenzperiode, so haben wir einen Überschuss von 1,4 Grad Celsius. Dämpfend auf das Temperaturniveau wirkten nur der bitterkalte Februar und der kalte März, alle übrigen Monate lagen bei den Temperaturen weit über dem Mittel, insbesondere der Januar und dann natürlich der sprichwörtliche Jahrhundertsommer.

Die absoluten Höchst- und Tiefstwerte des Jahres 2018: Das absolute Maximum mit 36,9 Grad am 7. August und das absolute Minimum mit minus 11,8 Grad am 26. Februar sind allerdings nicht rekordverdächtig, sondern liegen im langfristigen Rahmen.