An das Gute geglaubt

MALBORN. Zwei Jahre lang hat Nico Trees aus Malborn gesammelt, was das Zeug hält: Fünf Mülltonnen voller Kronkorken sind so zusammengekommen. Alles für einen guten Zweck, dachte der Siebenjährige. Doch nun stellt sich heraus, dass er und seine Familie einem Gerücht auf den Leim gegangen sind.

Alles begann im Frühjahr 2004: Der damals noch fünfjährige Nico Trees aus Malborn hörte von seinem Großcousin, dass es sich lohne, Kronkorken zu sammeln. Denn wenn man 1000 Kilogramm - das sind ungefähr acht volle Mülltonnen - der Flaschenverschlüsse zusammenbekommt, könne man diese gegen einen Rollstuhl für ein bedürftiges Kind eintauschen. "Da hab ich dann angefangen zu sammeln, weil es mir Spaß macht, anderen Kindern zu helfen", sagt Nico. Und Mama Jenny bestätigt: "Nico war von Beginn an mit vollem Eifer dabei." In ganz Malborn hängten die Eltern Plakate auf, die dazu aufforderten, ihrem Sohn bei seiner Aktion zu helfen. Und tatsächlich: Ein- bis zweimal die Woche kamen Leute aus dem Dorf und stellten ein paar Tütchen voller Kronkorken vor die Haustür der Familie Trees. Nicos Opa, Edgar Klein, war der größte Unterstützer seines Enkels: "Wo ich auch hinkam, egal welche Kneipe oder Gaststätte, überall hab ich gebeten: Bitte sammelt für die Aktion meines Enkels." Und die Unterstützung war überwältigend: Menschen aus der ganzen Umgebung beteiligten sich an dem Projekt - Deuselbacher, Thalfanger, Hoxeler, Rapperather, Gutenthaler und auch Bernkastel-Kueser. Fünf volle Mülltonnen kamen so in den vergangenen zwei Jahren zusammen. Alles für einen guten Zweck, dachte die Familie. Doch Ende August dann der Schock: Im Radio hörte Nicos Papa Mike, dass es sich bei der ganzen Geschichte nur um ein Gerücht handele, auf das in Rheinland-Pfalz bereits mehrere Menschen reingefallen seien. "Ich war richtig sauer, da fühlt man sich wirklich verarscht", erinnert sich Opa Edgar Klein. Und Nico? Der war einfach nur enttäuscht. Auf die Frage, was er demjenigen, der solche Gerüchte in die Welt setzt, gerne sagen würde, schüttelt der Siebenjährige nur den Kopf und zieht wortlos die Mundwinkel runter. Zweifel an der Aktion sind den Eltern nach eigener Aussage nie gekommen: Schließlich gebe es ja immer wieder solche Sammelaktionen, da hätte man auch diesmal dran geglaubt. Jetzt hofft Nico auf einen Sponsor für seine Aktion, der "irgendwas für kranke Kinder tut" und sein Engagement damit würdigt.