An der Kirmes wird gekickert

Das Fest im kleinen Dierscheid wird mit großem Engagement von der Feuerwehr ausgerichtet. Damit sie attraktiv bleibt, setzen die Männer auf Bewährtes, lassen sich aber immer was Neues einfallen.

Dierscheid Wie man eine Kirmes organisiert, das wissen die Mitglieder der Dierscheider Feuerwehr. Seit vielen Jahren sind sie Veranstalter des Fests in ihrem Ort. Dem TV haben sie einen Einblick in die Organisation gegeben.
Das Team: 15 Feuerwehrleute engagieren sich in der Organisation der Kirmes. Sie stellen rund zehn Prozent der Gesamtbevölkerung des Orts dar. Die Jugendfeuerwehr kümmert sich um die Kinderbelustigung und benachbarte Vereine, die Feuerwehr Naurath und der Freizeitclub Heidweiler, helfen hinter den Theken mit. Dazu kommen rund 20 fleißige Bäckerinnen, die für das Fest Kuchen backen.
Der Veranstaltungsort liegt - was sonst - in Dierscheid, mitten auf dem Karl-Kaufmann-Weg. Die Straße wird zum Teil für die Kirmes gesperrt. Dort singt Alleinunterhalterin Christel, das Kickerturnier findet hier statt, und die motorisierten Zweiräder werden hier ausgestellt. Auf dem Brunnenplatz steht die Wurstbude, in der alten Schule gibt's Kaffee und Kuchen, und der Spielplatz wird zu einem Kinderparadies mit 30 Meter langer Wasserrutsche.
Wer kommt: Vor allem die Dierscheider, aber auch Menschen aus den umliegenden Orten. Viele Verwandte, Gäste und ehemalige Bürger, die hier aufgewachsen sind, aber nicht mehr hier wohnen. Einige Besucher, die kommen, wollen einfach nur die gemütliche Atmosphäre genießen und Kinder, wegen dem Kinderschminken und der Hüpfburg. "Wir wollen den Kindern was bieten", sagt Stefan Backes, Wehrführer der Feuerwehr und damit Mit-Organisator.
Ritual: Fester Bestandteil ist der Luftballonwettbewerb zugunsten der Kinderkrebsstation des Mutterhauses Trier. Insgesamt sind hier schon mehrere Tausend Euro zusammengekommen. Am Sonntag ist Familientag. Außerdem ist es Tradition, dass beim Aufbau der Kirmes am Freitagabend schon das erste Fässchen Bier von den Helfern geleert wird.
Geht gar nicht: Stress ist auf der Dierscheider Kirmes nicht erwünscht. "Hier geht alles mit Ruhe", sagt einer der Feuerwehrleute. Und: "Wir wollen, dass die Kirmes weitergeht, dass es hier gemütlich ist, Familien sich wohlfühlen und die Veranstalter und die Helfer Spaß an ihrem Ehrenamt haben", sagt Wehrführer Backes.
Geht gut: Die Dorfbevölkerung trägt die Kirmes. Schließlich ist die Straße mehrere Tage gesperrt, die Musik spielt auf der Straße und die Dierscheider sagen nur gelassen in Richtung Feuerwehr: "Macht ihr mal eure Kirmes schön weiter." Immer wieder gibt es trotz der Tradition was Neues, wie in diesem Jahr das Kickerturnier am Montag.
Das wird angeboten: Wer in Dierscheid Kirmes feiert, scheint ordentlich Hunger zu haben. 25 Kuchen, 350 Würstchen (etwa 400 Kilo Gesamtgewicht), 40 Kilo Pommes und 150 Schwenkbraten (etwa 28,5 Kilo) werden an der Kirmes in der Regel verzehrt.
Das gibt es nur in Dierscheid: Die Kirmes steht immer unter einem Motto. Es wurde schon zu "Flower Power" oder "Schlag den Wehrführer", was für diesen nach eigenem Bekunden nicht besonders gut ausgegangen ist, gefeiert. In diesem Jahr ist das Motto "Mopeds und Motorräder". Einige Fans haben sich schon angekündigt, unter anderem einer mit einer Maschine aus dem Jahr 1932.
Andere Aktivitäten: Im Jahr hat die Feuerwehr ein bis zwei Einsätze und einmal pro Monat Übung. Daneben engagieren sich die Mitglieder ehrenamtlich im Ort. Sie haben beispielsweise das Dach der Schutzhütte neu gedeckt, den Zaun am Spielplatz errichtet, das Gerätehaus angestrichen, stellen den Maibaum und den Weihnachtsbaum auf und kümmern sich um den Martinsumzug.Extra: DAS PROGRAMM


Samstag, 5. August: 18 Uhr Eröffnung der Stände, ab 21 Uhr Tanzmusik mit Christel. Sonntag, 6. August: 11 Uhr Eröffnung der Stände, 12 Uhr Mittagessen, 13 Uhr Kaffee und Kuchen, 14 Uhr Musikverein Zemmer, 15 Uhr Motorradshow; Luftballonwettbewerb. Montag, 7. August: 18 Uhr Eröffnung der Stände, ab 19 Uhr Kirmeskickerturnier, Wasserrutsche und Hüpfburg am Samstag und Sonntag.