Weinbau : Wenn der Wein blüht . . .

Es sieht derzeit sehr gut aus in den Weinbergen der Mosel. Die Winzer verfolgen die Rebblüte stets mit großer Spannung.

„Wenn der Wein blüht, ist es schön an der Mosel, und es freu‘n sich die Menschen, denn der Sommer ist da“, heißt es in einem Lied. Ja, der Sommer ist da. Der Wein blüht, wie es in dem Lied so schön poetisch heißt, allerdings nicht. Dafür aber die Reben.

„In den guten bis sehr guten Lagen ist die Blüte fast schon durch“, erklärt Gerd Permesang vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Mosel. In den mittleren Lagen hat die Blüte begonnen und es wird bei der derzeit sehr warmen Witterung wohl nur noch wenige Tage dauern, bis auch in diesen Lagen aus den rispenartigen Blütenständen (die Winzer sprechen von Gescheinen) nach der Befruchtung kleine Träubchen geworden sind. Die Rebe braucht keine Bienen zur Bestäubung. Sie ist zweigeschlechtlich und befruchtet sich selbst.

Im vergangenen Jahr war die Blüte außerordentlich früh, entsprechend früh begann auch die Weinlese. In diesem Jahr liegt der Zeitpunkt der Rebblüte im langjährigen Schnitt.

Von der Vollblüte der Reben dauert es noch 100 bis 110 Tage, bis die Trauben reif sind und geerntet werden können. Die Lese 2019 wird daher vermutlich später starten – was den Winzern eher recht ist. Dann können die Trauben länger reifen, was vor allem dem Riesling zugute kommt. Die Weine sind dann weniger vom Alkohol geprägt, wie das zum Beispiel beim 2018er der Fall ist.

 Ist es zum Zeitpunkt der Blüte zu nass oder zu kalt, „vernieseln“ die Gescheine. Das heißt, sehr viele der winzigen Knospen an den Rispen fallen ab, ohne befruchtet worden zu sein. Es entwickeln sich deutlich weniger Beeren, und der Ertrag kann deutlich geringer ausfallen. In diesem Jahr sind bislang kaum Verrieselungsschäden festzustellen. Allerdings sollte es nicht zu heiß werden, denn auch zu hohe Temperaturen können zur Verrieselung führen. Die Winzer verfolgen die Rebblüte alljährlich mit großer Spannung. Verläuft sie ohne Probleme, können sie auf  eine gute Ernte hoffen. Wenig Probleme bereitet derzeit auch der Pflanzenschutz.  „Die Winzer haben das im Griff“, sagt Permesang.

Von Vorteil waren auch die ergiebigen  Niederschläge der vergangenen Wochen, dadurch konnten die Wasservorräte im Boden wieder etwas gefüllt werden.

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