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An der Mosel öffnen die ersten Trödelmärkte: Auch in Kinheim

Flohmarkt: An der Mosel öffnen die ersten Märkte : Endlich wieder Flohmärkte an der Mosel: Messing, Möbel und ein Stück alte Freiheit

Alte Armbanduhren, eine „Hör zu“-Zeitschrift aus den 1950er Jahren oder historisches Porzellan: Auf dem Trödel-Flohmarkt in Kinheim gibt es viel zu entdecken.

Eine alte Armbanduhr mit mechanischem Uhrwerk tickt am Stand eines Flohmarkthändlers in Kinheim. Sie wartet noch auf ihren neuen Besitzer, aber angesichts der Wetterlage hat sie gewiss gute Chancen, in neue Hände zu gelangen.

Nach dem langen Corona-Lockdown starten wieder die ersten Flohmärkte an der Mosel. So auch in Kinheim, wo bis Sonntagabend jeweils von 6 bis 18 Uhr Dutzende Flohmarktstände am Moselufer die unterschiedlichsten Altertümchen feilbieten. Ein altes Mikroskop lässt dort sein Messing-Gehäuse in der Sonne glänzen, es mag schon 100 Jahre alt sein. Telefone aus der Zeit Nachkriegszeit sind ebenso zu sehen wie skurrile Sonnenbrillen aus den 1950er Jahren, antike Möbel, aus Holz geschnitzte Zwergen-Bücherstützen und ein Schiffer-Klavier.

Auf dem weitläufigen Gelände spazieren schon am Freitagmorgen die ersten Interessenten, um sich umzusehen. Ed Morres aus den Niederlanden zählt dazu: „Wir kommen gerne an die Mosel. Hier gibt es auf dem Flohmarkt immer viel zu entdecken. Es ist gut, dass es endlich weniger Beschränkungen wegen Corona gibt.“ Schließlich haben Flohmarkt-Freunde viele Monate warten müssen, bis sie endlich wieder eine solche Veranstaltung besuchen konnten.

Giovanni Cassano aus Zell (Landkreis Cochem-Zell) sitzt auf einem Campingstuhl vor seinem Lieferwagen und genießt die Sonne. Vor dem Wagen hat er mehrere Tapeziertische aufgebaut, auf denen er seine Waren anbietet – von Handy-Hüllen bis zur alten Zeitschrift. „Viele Kunden sagen, dass es ein Gefühl ist, als würde man wieder eine alte Freiheit zurückbekommen“, bemerkt Cassano. Er verkauft nicht nur historische Ware, sondern auch sogenannte Rückkäufe von Internet-Kaufhäusern, die dann unter der Auflage, dass sie nur auf Flohmärkten verkauft werden dürfen, an Händler abgetreten werden.

„Ich lasse mich überraschen, wie das Wetter wird. Es ist ja das erste Mal seit langer Zeit, dass man wieder einen Stand aufmachen darf,“ sagt Cassano. Es sei so ein bisschen wie ein Erholungsurlaub. Man habe immer nette Gespräche mit Kunden, er schätze die Begegnung mit Menschen auf dem Flohmarkt nach dem langen Lockdown. Überhaupt: Es gehe ja nicht nur um den Profit, sondern darum, Menschen zu treffen, einfach wieder „richtig leben“ zu können.

 Wer an diesem Wochenende nach Kröv fährt, hat übrigens auch die Gelegenheit den zeitgleich stattfinden Flohmarkt im nahe gelegenen Traben-Trarbach (Samstag 6 bis 17 Uhr, Sonntag 9 bis 17 Uhr) zu besuchen.