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An einer landesweiten Aktion zum Klimaschutz beteiligen sich der Nationalpark Hunsrück-Hochwald und der Naturpark Saar-Hunsrück

Klimaschutz im Nationalpark und Naturpark : Mit alten Mooren und neuen Eichen das Klima retten

An einer landesweiten Aktion zum Klimaschutz beteiligen sich der Nationalpark Hunsrück-Hochwald und der Naturpark Saar-Hunsrück. Bis 2021 pflanzen sie Eichen und stellen alte „Brücher“ wieder her.

Von Herbert Thormeyer

Die Zusammenhänge zwischen Natur- und Klimaschutz sollen bis Ende 2021 stärker ins Bewusstsein der Menschen rücken. Dafür hat die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken das Themenjahr „Natur schützt Klima-Klima schützt Natur“, gegeben. In die vielfältigen Klimaschutzprojekte fließen dafür 2,1 Millionen Euro an Landesmitteln.

Alle neun Naturlandschaften des Landes sind eingebunden. Auch im Nationalpark und dem Naturpark Saar-Hunsrück soll der Verlust der Artenvielfalt bekämpft werden. „Naturschutz ist ohne Klimaschutz nicht möglich“, macht die Ministerin deutlich. Für mehr Umweltaufklärung sollen Veranstaltungen wie Klimadinner, Trekkingcamps oder Ausstellungen zum Insektensterben beitragen, natürlich immer unter Einhaltung der Corona-Hygienevorschriften.

„Aufgezeigt werden soll, wie ein zukunftsfähiges Zusammenspiel zwischen Mensch und Natur aussehen kann“, sagt die Geschäftsführerin des Naturparks Saar-Hunsrück und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Naturparke in Rheinland-Pfalz, Gudrun Rau. Das Thema sei hochaktuell: „Jetzt ist es für jeden greifbar, dass es eine Klimaänderung gibt.“

„Die Leute erleben jetzt, dass die Wälder sterben, es Überflutungen und Sturmschäden gibt, und zwar nicht irgendwo, sondern vor der eigenen Haustür“, sagt der Leiter des Nationalparkamtes, Dr. Harald Egidi.

Für das Themenjahr wurden die Nationalparkranger in Sachen Klimawandel auf eine Fortbildung geschickt. Aktionen mit Schulklassen sind wegen Corona noch problematisch.

Aber auch hier, so Egidi, wolle man im nächsten Jahr in die Vollen gehen und jungen Menschen zeigen, dass durch bewusstes Handeln der Ohnmacht gegenüber der Klimaentwicklung entgegengewirkt werden kann. „Umweltbewusstes Verhalten muss auch nicht zur Spaßbremse werden“, sagt der Nationalparkchef mit Hinweis auf sein Dienstfahrzeug mit rein elektrischen Antrieb und Ladesäule am Hunsrückhaus am Fuße des Erbenskopfes.

Rau und Egidi liegen besondere Landschaften am Herzen, etwa Moore wie der Ortesbruch bei Morbach, der Ehlesbruch am Erbeskopf, Streuobstwiesen auf den Gauhöhen und naturbelassenes Grünland. „Das alles sind Hotspots der biologischen Vielfalt“, stellt Egidi fest. Und bei den Streuobstwiesen sei das auch noch schmackhaft.

Die meisten Angebote sind kostenlos. Die anderen kosten nur rund die Hälfte eines Kinobesuchs, vergleicht das der Nationalparkchef und verweist auf eine weitere Attraktion, die zur neuen Wandersaison im nächsten Jahr fertig sein soll: die Erweiterung der Ausstellung im Hunsrückhaus im Freien mit dem Titel „Dein Weg in die Wildnis“. Auf Wunsch können Veranstaltungen sogar für eine Gruppe von Interessenten gezielt „gestrickt“ werden.

Natürlich zielt die Bewusstmachung für Natur und Klima auch auf den Tourismus ab. Die Gastronomie, Hotels und Anbieter von Gästewohnungen können davon profitieren.