An Gonzerath führt für die Pilger wieder kein Weg vorbei

An Gonzerath führt für die Pilger wieder kein Weg vorbei

Zum fünften Mal haben Pilger den Hunsrück durchquert und auf ihrem Weg nach Trier in Gonzerath übernachtet. Unter den 70 Menschen, die 130 Kilometer meisterten, waren auch viele junge Leute.

Gonzerath. Der Ausoniusweg ist vielen der 70 Pilger der Pfarrei Halsenbach bei Emmelshausen bereits vertraut. Manche haben sich zum fünften Mal der viertägigen und 130 Kilometer langen Pilgertour zur Trierer Kirche St. Matthias angeschlossen.
Doch dieses Mal verlangte das besonders viel ab. Denn es regnete nicht nur häufig, sondern teils auch sehr heftig. Miesepetrige Gesichter waren aber dennoch Fehlanzeige bei der Ankunft in Gonzerath. "Es war schon anstrengend - aber wir haben uns nicht unterkriegen lassen", sprach Doris Seis (59) aus Kratzenburg allen aus der Seele. Ihr Sohn Oliver, ein Diakon, der im Juli zum Priester geweiht wird, hatte die Tour initiiert. Elke Bender (48) aus Halsenbach-Ehr schätzt daran, dass sie mit dem Schließen der Haustür sofort vom Alltag abschaltet. Ebenso wie Heinz Dorweiler (61) aus Ney, der sich immer auf Ruhe und Gemeinschaft freut und darauf, "sich zu besinnen". Bei der Ankunft in den Übernachtunsorten Kirchberg, Gonzerath und Kasel rückt das aber in den Hintergrund. Dann würden Blasenpflaster, Salben und Arnikakügelchen getauscht, erzählt Heike Pabst (49): "Jeder hat da ja seine bessere Variante." Laut Christa Gras (59) lernen sich so alle schnell kennen: "Es gibt kein Fremdeln - nur ein Miteinander." Dieses versüßen Pilger-Nussecken, Getränke und Obst, mit denen Fahrer der Begleitautos versorgen. Sie und das Organisationsteam um Kim Schütz, Jürgen Liesenfeld, Rudolf Mayer und Philipp Weber wurden mehrfach gelobt.
Der schönste Lohn für sie ist laut Mayer die große Resonanz von Teilnehmern im Alter von 21 bis Mitte 70: "Schön, dass man auch viele Junge begeistern kann."
Der Jüngste, Benjamin Gras, räumte ein, positiv überrascht zu sein: "Mir gefällt der Zusammenhalt - man kann sich schön unterhalten." Dabei habe er viele Leute nie zuvor gesehen. Ortsvorsteher Dietmar Thömmes zeigte sich beeindruckt von den in Kauf genommen Strapazen. Denn nach den Tagesmärschen schlafen viele auf Luftmatratzen in Gemeindehallen: "Klasse, dass die so etwas machen und auch dass so viele junge Leute dabei sind." urs

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