Angst vor einem Erdrutsch

TRABEN-TRARBACH/WOLF. Seit Monaten werden in den Steilhang gegenüber dem Traben-Trarbacher Ortsteil Wolf oberhalb der Weinlage Wolfer Goldgrube riesige Mengen Erde gekippt. Die Wolfer sind in Sorge, dass die Erde ins Rutschen kommen könnte. Nach Mitteilung der Kreisverwaltung sind die Ablagerungen nicht genehmigt.

Rudolf Brixius, Ortsvorsteher von Wolf, ist beunruhigt. "Wenn das alles ins Rutschen kommt, dann gute Nacht." Brixius blickt auf den Steilhang auf der anderen Moselseite des Orts. Oberhalb der berühmten Weinlage Wolfer Goldgrube und unmittelbar unter dem Feriendorf Mont Royal, von wo man einen herrlichen Blick ins Moseltal genießen kann, sind auf mehreren tausend Quadratmetern Weinbergs-Brachflächen Erdmassen gekippt und mit der Planierraupe verteilt worden. Rudolf Brixius war vor Ort und hat festgestellt, dass dort die Erde stellenweise bis zu drei Meter hoch abgelagert wurde. "Das sind zig Tausend Kubikmeter", schätzt Brixius. Neben loser Erde sei auch Bauschutt dort vergraben worden, so Brixius. Der Wolfer Edgar Langen, ebenso wie Brixius Mitglied im Stadtrat Traben-Trarbach, hat das Thema in der jüngsten Stadtratssitzung zur Sprache gebracht. Langen: "Seit Monaten werden große Mengen loses Erdreich dorthin gefahren. Das ist eindeutig eine Gefahr. Ein geologisches Gutachten müsste mal klären, ob das alles so in Ordnung ist." Langen erinnert im Gespräch mit dem TV an einen Erdrutsch an dieser Stelle in den 60er-Jahren. Damals waren große Schäden in den Weinbergen entstanden. Merkwürdig kommt Langen und Brixius vor, dass in den vergangenen Wochen die Erde stets am Wochenende, wenn die Behörden geschlossen sind, dort abgekippt wurde. Einmal sogar gegen 23 Uhr, als es bereits dunkel war. Verbandsbürgermeister Ulrich K. Weisgerber kennt das Problem, verweist aber auf die Kreisverwaltung als zuständige Behörde. "Die muss so was genehmigen", sagt der Verwaltungschef. Die Kreisverwaltung teilte auf Anfrage des TV mit, dass für diese Erdablagerung keine Genehmigung vorliege. Der Verursacher sei aufgefordert worden, einen Antrag auf Genehmigung zu stellen. Dies sei bislang nicht erfolgt. Die Kreisverwaltung hat weitere Ablagerungen in dem Bereich untersagt. Wer dort Erdreich hinkippen wolle, müsse in einem Antrag die Standortsicherheit und Unbedenklichkeit des abgelagerten Materials nachweisen. Brixius hat als einen Verursacher die Tief- und Straßenbau-Firma Rosendahl-Bucher aus Kröv ausgemacht. Im Februar dieses Jahres habe er mit dem Fernglas deutlich gesehen, dass LKW dieser Firma im Hang dort Erdreich abgekippt hätten. Dies könnten auch weitere Zeugen bestätigen. Firmenchef Thomas Rosendahl bestreitet dies gegenüber dem TV: Man habe in früheren Jahren dort Erde hingefahren, aber nicht in diesem Jahr. Es habe zudem stets eine Genehmigung vorgelegen. Seine Firma sei auch nicht die einzige, die dort Erde hinkippe.

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