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Anklage wegen acht Banküberfällen

Anklage wegen acht Banküberfällen

Der Brite, der im September beim Banküberfall in Zemmer festgenommen wurde, soll sieben weitere Überfälle in der Region begangen haben. Wie in Zemmer soll er in Landscheid, Herforst, Reinsfeld und Pluwig maskiert und mit Schusswaffe ausgestattet Geld erbeutet haben.

Trier/Landscheid. Ein 43-jähriger Brite, der in Spanien gelebt hat, soll laut Staatsanwaltschaft acht Banküberfälle in den vergangenen fünf Jahren in der hiesigen Region verübt haben. Dabei ist unklar, warum der Mann ausgerechnet in der Region agierte. Horst Roos, Leitender Oberstaatsanwalt, sagte auf TV-Anfrage: "Eine besondere Beziehung zur Region ist nicht erkennbar."

Lediglich den Banküberfall in Zemmer (VG Trier-Land) habe der Brite gestanden. Sonst habe er keine Angaben gemacht. Beim Überfall auf die Sparkasse in Zemmer hatte der mit einem Tuch maskierte Mann eine Bankkundin mit einer Schusswaffe bedroht. Er ließ sich Geld aushändigen und floh mit einem Auto. Doch die Polizei war ihm sofort auf den Fersen. Es kam zu einer Verfolgungsjagd. Die Polizei stoppte das Fluchtfahrzeug mit Schüssen und nahm den Briten nach kurzer Flucht zu Fuß fest. Bei der Flucht soll der Mann einen Polizisten fast umgefahren haben. Deshalb wird er laut Roos auch wegen versuchten Mords angeklagt.

Ein ganz ähnliches Vorgehen wie beim Überfall in Zemmer hatte die Polizei bei den sieben weiteren Überfällen beobachtet, die dem Mann zur Last gelegt werden. Die Überfälle fanden statt in Herforst (VG Speicher, Juli 2004), Reinsfeld (VG Hermeskeil, Oktober 2005), Simmertal (VG Kirn-Land, Juli 2006), Lebach (Saarland, Oktober 2007), Monzingen (VG Sobernheim, bei Bad Kreuznach, Februar 2008), Landscheid (VG Wittlich-Land, Juni 2008) und Pluwig (VG Ruwer, Juli 2008).

Doch nicht nur das gleiche Vorgehen und die geografische Lage dieser Tatorte in einem Dreieck führen laut Roos zu dem dringenden Tatverdacht gegen den Briten. Der Tatverdacht wird erhärtet durch übereinstimmende Personenbeschreibungen, DNA-Spuren, die Bewaffnung und die immer ähnliche Maskierung. Noch sind die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht abgeschlossen. Roos schätzt, dass der Prozess wegen versuchten Mords und räuberischer Erpressung frühestens Ende Januar startet.