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Anonyme Wagenbauer bekommen Publikumspreis als Moselhelden

Wettbewerb : Anonyme Wagenbauer sind Moselhelden

Das Publikum hat die „Anonymen Wagenbauer“ zu Moselhelden gemacht, denn die Gruppierung hat den Preis in dieser Kategorie gewonnen. Mit ihrem Konzept, den Karnevalsumzug in Bernkastel-Kues zu gestalten wollen sie allen Generationen etwas bieten.

Traditionen zu erhalten hat bei vielen Menschen einen hohen Stellenwert. So ist es auch bei den „anonymen Wagenbauern“, die sich 2017 gegründet haben. 32 Mitglieder hat die Gruppe, die für Karneval Motivwagen baut. Den Namen haben sie sich gegeben, weil sie nicht wollten, dass jeder gleich weiß, wer hinter den Themen, die sie teilweise provokant aufbereiten, steckt. Eines davon war beispielsweise der Hochmoselübergang und die Gefahr eines Hangrutschs.

Bei einigen Karnevalsumzügen an der Mosel sind sie mitgefahren, nur nicht in ihrer Heimatstadt Bernkastel-Kues, denn dort gab es seit dem Jahr 2011 keinen Umzuge mehr. Dazu Marvin Denzer, erster Vorsitzender: „Wir waren damals so weit, dass wir schon alleine mit unserem Wagen durch die Stadt fahren wollten, aber ein Teil unserer Leute hat gemeint, das sei keine so gute Idee. So hat die Vernunft gesiegt und wir es gelassen.“ Stattdessen haben sie sich mit den beiden Karnevalsvereinen der Stadt, dem „KV Huckebein“ und den „Kueser Schweden“ in Verbindung gesetzt und nachgefragt, woran es liegt, dass es in der Stadt seit einigen Jahren keinen Umzug mehr gibt. Die Antwort: Die Auflagen würden sich immer weiter verschärfen, die Kosten steigen und es seien immer mehr Leute für die Organisation nötig.

Schließlich haben sich die „anonymen Wagenbauer“ überlegt, den Umzug selbst zu veranstalten, sich die Vorschriften zu Gemüte geführt und beschlossen, es zu versuchen. „Wenn man ein gutes Konzept hat und gute Kontakte zu den Behörden, dann ist es als einzelne Gruppe machbar“, sagt der erste Vorsitzende.

Insgesamt haben beim letzten Umzug 30 Gruppen teilgenommen, davon 17 Wagen und 13 Fußgruppen. Aus Bernkastel-Kues selbst waren es drei Wagen und vier Fußgruppen. „Uns ist wichtig, dass bei unserer Veranstaltung alle Generationen zusammen feiern, sich gemeinsam den Umzug anschauen. Wir wollen, mit zwei Partys danach, allen die Möglichkeit geben zusammen zu bleiben. In der Güterhalle gibt es ein Event und am Marktplatz eine Ü30-Feier“, so Denzer. Er ergänzt: „Ich denke, das ist auch der Grund für den Publikumspreis. Die Menschen merken, dass wir für alle etwas bieten wollen.“

Wichtig ist den anonymen Wagenbauern politische Themen, die die Stadt bewegen, aufzugreifen. So haben sie sich beispielsweise mit dem Ausbau der Cusanusstraße oder der neuen Poller-Anlage auseinandergesetzt. „Bei der Cusanusstraße haben wir auf die Größe angespielt, breiter, größer und sie als Landebahn des neuen Hahn Airport beschrieben.“

Zum Erfolg des wiederbelebten Umzugs gehört neben der kostenlosen „TÜV-Prüfung“, die sie anbieten, der Zeitpunkt ihres Umzugs, der als Nachtumzug am Karnevalssamstag unterwegs ist. „Da sind ansonsten keine Umzüge. Wir haben die Vor- und Nachteile abgewogen. Für uns haben die Vorteile überwogen, denn anschließend bleiben die Leute und sorgen für Umsatz.“

Die kommende Session ist schon in Planung. Das Motiv des Wagens steht noch nicht fest. Für die Nutzung der Güterhalle führen sie Gespräche mit der Stadt.  „Da haben wir uns was Cooles überlegt“, verspricht Denzer.