Anwohner spricht von "Abzocke"

ZELTINGEN-RACHTIG. Ein Königreich für einen Parkplatz: In Zeltingen-Rachtig ist ein Streit über drei bisher noch öffentliche Parkplätze entbrannt.

In eng bebauten Orten sind Parkplätze oft Mangelware. Das gilt auch für die teilweise engen Straßen in Zeltingen-Rachtig. An der Ecke Stephansstraße/Uferallee galt vor dem Ausbau der Uferallee die Regel "Wer zuerst kommt, parkt zuerst." Nach dem mittlerweile abgeschlossenen Ausbau wird das anders. Die Gemeinde will die drei in diesem Bereich verbliebenen gemeindeeigenen Parkplätze meistbietend versteigern. Anwohner Helmut Senko sieht darin eine "Abzocke" durch die Gemeinde. Anstatt diese Plätze an die Anwohner zu verteilen, werde den Leuten, die bereits mehrere Parkplätze ihr Eigen nennen, Gelegenheit gegeben, "auch noch die letzten freien Plätze zu ergattern". Warum setzt sich die Gemeinde nicht mit den Anwohnern des so genannten "Woansplatzes" in Verbindung, um diesen die Möglichkeit zu geben, "diese Parkplätze zu einem erschwinglichen Preis zu erwerben?", fragt Senko. Die Anwohner müssten dann ihre Autos nicht auf Parkplätze stellen, die eher für die Gäste der Gemeinde gedacht sind. Senko meint damit die mit öffentlichen Mitteln gebauten Parkplätze in der Uferallee. Alternative: Die Gemeinde könnte die drei Stellplätze weiterhin in ihrem Besitz behalten. "Dann wäre keiner benachteiligt", sagt Senko. Denn dann gelte wie früher "Wer zuerst kommt, parkt zuerst." Der Gemeinderat habe den Beschluss gefasst, die Parkplätze meistbietend zu veräußern, erläutert Ortsbürgermeister Manfred Kappes. Er pocht auf das Gesetz der Gleichberechtigung. "Jeder kann sich dafür bewerben und ein Angebot abgeben", sagt er. Die Ausschreibung wird demnächst im Amtsblatt der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues veröffentlicht. Helmut Senko klagt in diesem Zusammenhang auch, dass auf dem Marktplatz der Gemeinde "so ziemlich alle Parkplätze von Touristen, die in einschlägigen Pensionen mit Gästezimmern wohnen, belegt werden, und dazu noch Stühle und Tische auf öffentlichem Grund und Boden stehen". Der Anwohner könne dagegen sehen, wo er bleibe. Manfred Kappes kennt das Problem. Damit habe sich auch der Gemeinderat befasst. "Wir werden die Sondernutzung über das Aufstellen von Tischen und Stühlen regeln", verspricht er.