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Apfel, Pfirsich und Quitte im Glas

Apfel, Pfirsich und Quitte im Glas

Eine Auswahl ihrer Weine aus dem Jahrgang 2010 präsentieren die Traben-Trarbacher Winzer am Freitagabend in der Loretta-Halle. Ausgeschenkt wurden 34 Weine unterschiedlicher Rebsorten und Geschmacksrichtungen.

Traben-Trarbach. 220 Weinfreunde erlebten in der Lorettahalle eine kurzweilige und informative Weinprobe. Kommentator Matthias Porten vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Mosel glänzte mit Fachwissen, Witz und Humor.
Trocken wie die ersten Weine kommentierte er zunächst sehr pädagogisch und informativ die Weine und lief, je später der Abend, zur Hochform auf.
Porten richtete sich nicht ausschließlich nach den analytischen Werten, sondern lieferte Weinbeschreibungen anhand des Aromarades. "Ich beurteile eine schöne Frau ja auch nicht nach ihrem Cholesterinspiegel", erklärte er schmunzelnd.
Nach je einem Dornfelder, Regent und Schwarzriesling folgten 31 Rieslingweine. Porten beschrieb den Riesling mit einem vielfältigen Bukett aus Aromen von Apfel, Erdbeere, Grapefruit, Johannisbeere, Kiwi, Pfirsich, Quitte, Rhabarber bis hin zu grünem Paprika, Muskatnuss, Liebstöckel oder Flieder.
Porten machte keinen Hehl daraus, dass er die fruchtsüßen Weine bevorzugt. "Erinnern Sie sich an Früchte, die man aus der Küche kennt", forderte Porten die Weinfreunde auf, bevor die fruchtsüßen Weine ausgeschenkt wurden. Aber egal, wo die eigenen Vorlieben liegen, forderte er die Gäste auf: "Trinken Sie, was Sie mögen, folgen Sie nicht jedem Trend und emanzipieren Sie sich als Weinkenner."
"Trinkt mit Lust den neuen Wein", zitierte Günther Franz, der traditionell die Jungweinprobe mit Gedichten bereicherte. Für Kurzweil sorgte auch der Gefangenenchor Traben-Trarbach mit seinen Liedbeiträgen.
2010 sei ein schwieriges Jahr mit einer kleinen Ernte gewesen, das auch betriebswirtschaftlich eine Herausforderung sei, urteilte Winzer Peter Storck.
"Die Weinprobe war spitze", urteilte Stammgast Wiltrud Stassen aus Traben-Trarbach, vor allem auch, weil der Moderator so locker, humorvoll und witzig gewesen sei und fachlich sehr gut kommentiert habe.
Sie war nicht allein mit dieser Meinung. "Zugabe-Rufe mit stehenden Ovationen sind ebenso ungewöhnlich wie der Ausnahmejahrgang 2010", meinte Peter Storck. mü