Säubrennerkirmes : Smartphone-App hilft Besuchern der Säubrennerkirmes beim Feiern

Welche Programmpunkte gibt es? Wann fährt mein Bus?  Alle Informationen zum größten Event der Stadt Wittlich finden die Gäste nun über eine App auf dem Mobiltelefon oder im Internet.

Wittlichs größte Attraktion und Tradition, die Säubrennerkirmes, macht 2018 einen großen Schritt in die Moderne. Wer jetzt denkt, es gebe veganen Saubraten, der ist allerdings auf dem Holzweg. Denn die Traditionsveranstaltung soll nicht kulinarisch – wozu wohl auch kein Anlass bestünde – sondern informationstechnisch aufgepeppt werden.

Ab heute steht nämlich die Säubrenner App zum Herunterladen bereit. Alle Fakten, Informationen und aktuelle Neuigkeiten zu einem der größten Volksfeste in Rheinland-Pfalz finden die rund 100 000 erwarteten Besucher aus nah und fern von nun an nicht mehr nur auf Papier, sondern auch auf ihrem Handy. Und das habe viele Vorteile, erklärt Rainer Wener, Fachbereichsleiter Wirtschaftsförderung der Stadtverwaltung Wittlich. Insbesondere bei den Fahrplänen für die Busse, die die Besucher aus dem Umland zur Säubrennerkirmes und wieder zurück nach Hause bringen. „Früher hatten wir große Flyer mit allen Fahrtzeiten. Aber für viele Besucher war es in der Vergangenheit abends oft schwierig, auf dem Papier den passenden Bus zu finden.“ Die App auf dem Handy werde das sehr erleichtern, sagt Wener. Auf Papierflyer, das muss an dieser Stelle auch gesagt werden, will die Stadt  2018 dennoch nicht verzichten. Auch in diesem Jahr lasse die Verwaltung mehr als 5000 Flyer drucken, die im Rathaus sowie  im Kulturamt am Markt ausliegen werden.

Wer Smartphones und Handys für neumodischen Schnick Schnack hält, der kann sich die wichtigsten Informationen zur Säubrennerkirmes auch nach wie vor in gedruckter Form besorgen.

„Mit der App möchten wir jetzt aber auch etwas zeitgemäßer an die Sache herangehen. Da haben wir jetzt alle Infos reingepackt.“ Die Säubrenner App könne sowohl über Smartphones als auch über den Computer im Internet aufgerufen werden, sagt Wener. Die mobile Anwendung für Handys sei übersichtlicher als der große Papierflyer und helfe insbesondere bei der Orientierung.
Wener: „Auf der integrierten Karte  sehe ich alle Programmpunkte und Veranstaltungsorte, wo ich mich derzeit befinde und wo ich hin möchte.“
Ob vom Festschauspiel im Stadtpark zum Markplatz, oder vom Platz an der Lieser zum Rummelplatz: Die App  soll den Besuchern die Orientierung und Navigation zwischen den Programmpunkten und Veranstaltungsplätzen an den vier Kirmestagen enorm erleichtern – insbesondere den Gästen, die nicht in der Säubrennerstadt heimisch sind wie beispielsweise die  Besucher von der Air Base Spangdahlem. Wener: „Die Amerikaner lieben das ‚Pig-Fest’ und kommen immer in Scharen.“ Sie bietet Hintergrundinformationen zur Historie der Säubrenner Kirmes, enthält Busfahrpläne und auf der Karte finden sich alle gastronomischen Aussteller und Fahrgeschäfte mit einer Beschreibung des Angebots. Wener: „Da kann ich mir zum Beispiel anschauen, was die Aussteller anbieten,  ob ich lieber bayrisch rustikal oder vegetarisch essen möchte und wo ich den Stand oder das Fahrgeschäft finde.“

Wener ist sich sicher, dass die App auch nicht nur von jungen technik­affinen Besuchern, sondern ebenso von Gästen im besten Alter genutzt  werde. „Auch die Best-Ager wehren sich mittlerweile nicht mehr gegen Apps und haben meist ein Smartphone, weil sie die Vorteile erkannt haben.“

Die Stadtverwaltung hofft auf eine fünfstellige Nutzerzahl der App. „Wir haben extra einen großen Server angemietet, damit die Anwendung auch funktioniert, wenn viele Tausende die App gleichzeitig nutzen.“

4500 Euro, sagt Wener, müsse die Stadt für die Entwicklung der App zahlen.  Die Version, die Wener wenige Tage vor der Freigabe auf einem Computerbildschirm in der Stadtverwaltung präsentiert, sieht in der Tat vielversprechend und optisch gelungen aus. Aber wohl erst der Praxistest auf der Kirmes selbst wird zeigen, wie funktional,  nutzerfreundlich und hilfreich sich die App für die Besucher der Traditionsveranstaltung erweisen wird. Wer beim Aufruf der App plötzlich nur noch ein dunkles Display sieht, der sollte mal seinen Akku laden. Ein Problem, das man mit Papierflyern nicht bekommen kann.

Ein weiterer Vorteil der App hingegen: „Wir können die App in ihrer grundstruktur künftiig auch für weitere Veranstaltungen wie die Wirtschaftswoche nutzen“, sagt Wener. „Wir müssen sie dann nur mit neuen Inhalten füttern.“

Die Investition sei somit nachhaltig und durch die Einsparung von Papier für Flyer könne in Zukunft auch die Umwelt geschont werden.