Kirche : Renovierung von St. Markus in Wittlich: Länger und teurer als geplant

Im Mai starteten die Arbeiten in St. Markus. Bis Weihnachten sollte alles fertig sein. Kosten: 320 000 Euro. Beides funktioniert nicht.

Es sieht nach Arbeit aus in St. Markus: Der Innenbereich ist eingerüstet, Altar und Chorgestühl sind mit Planen geschützt, und der Bodenbelag wurde entfernt. Auf einer der oberen Ebenen ist Volkmar Reddmann gerade dabei, mit seiner Flex den Stein über den Fensterbögen einzuschneiden, um in Zukunft Risse zu vermeiden. Direkt unter der Decke beizen Arbeiter die Farbe ab. Es wird noch Monate dauern, wahrscheinlich bis zum Spätsommer 2019, bis hier wieder Gottesdienste gefeiert werden können.

Ursprünglich war geplant, das Gotteshaus anzustreichen und es sollten Arbeiten an der Akustik, der Heizung und Beleuchtung ausgeführt werden. Dann wurde aber festgestellt, dass die Gasheizung, aus dem Jahr 1972 defekt ist.

Michael Aurich, Verwaltungsratsvorsitzender, erklärt: „Der Brenner hat nicht mehr den Vorschriften entsprochen und war kaputt, deshalb müssen wir eine neue Heizung einbauen lassen.“ Da die Kirche eine Fußbodenheizung hatte, musste auch der gesamte Bodenbelag raus. Die gute Nachricht ist, dass die Heizung in den nächsten drei Wochen fertig sein wird. „Das ist wichtig, denn dann können die anderen Gewerke im Winter weiterarbeiten“, so Michael Aurich.

Da die meisten Arbeiten nacheinander ausgeführt werden müssen, erst die Malerarbeiten, dann kommt das Gerüst raus, und schließlich werden die Fliesen gelegt, ist der Zeitaufwand hoch. „Es kann nicht parallel gearbeitet werden und es ist momentan schwierig, überhaupt Handwerker zu finden“, bekräftigt der Verwaltungsratsvorsitzende.

Neben dem Zeit- konnte auch der Kostenrahmen nicht eingehalten werden. Ursprünglich waren 320 000 Euro für die Arbeiten veranschlagt, inzwischen ist man bei 900 000 Euro, davon übernimmt das Bistum 350 000 Euro und die Pfarrgemeinde selbst muss 550 000 Euro beisteuern.

Neben dem Innenanstrich, der Heizung, der Beleuchtung und der Akustik ist es den Verantwortlichen wichtig, den Turmraum umzugestalten. Eine Projektgruppe aus pastoralen Mitarbeitern und Mitgliedern des Pfarr- und Verwaltungsrats überlegt sich momentan Gestaltungsideen, gemeinsam mit der Architektin des Generalvikariats und dem ausführenden Architekten. Es geht darum, den Turmraum so zu gestalten, dass er beispielsweise für Taizé-Gebete oder Beichten genutzt werden kann. Dabei soll aber weiterhin ein großer Einzug, wie er an hohen kirchlichen Feiertagen üblich ist, und bei dem Pfarrer und Messdiener durch das Hauptportal einziehen, möglich sein. Bei der künstlerischen Gestaltung wird Eberhard Münch miteinbezogen werden. Er ist Künstler aus Hessen und hat mit seiner Kunst mehr als 80 sakrale Räume im In- und Ausland gestaltet, auch im Bistum Trier.

Aktuell setzt sich Kaplan Carsten Scheer unermüdlich dafür ein, dass die Gottesdienste weiter stattfinden können, denn neben der Renovierung von St. Markus, fällt Pastor Bruno Comes nach einer Knieoperation länger aus.

Die Gottesdienstordnung finden die Gläubigen im Pfarrbrief und auf der Internetseite www.pg-wittlich.de.