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Armin Müllen ist im Schach Rekord-Stadtmeister von Wittlich

Armin Müllen ist im Schach Rekord-Stadtmeister von Wittlich

Armin Müllen hat Geschichte geschrieben: So oft wie er gewann noch niemand die städtischen Schachmeisterschaften.

Schach ist seine Leidenschaft. Das merkt man direkt. Armin Müllens Augen strahlen, wenn er von dem Spiel mit Tradition spricht, und er hat viele Geschichten zu erzählen. Von Erfolgen aber auch von Misserfolgen, von kurzen und von langen Spielen.

Der Rekord-Stadtmeister von Wittlich, Schachtrainer und ambitionierte Spieler opfert für den Sport gerne einen großen Teil seiner Freizeit. Mindestens vier, oft auch fünf Mal in der Woche verbringt er seine Zeit mit dem Spiel und mit dem Schachclub Wittlich. Seit fast 20 Jahren ist er Vorsitzender des Vereins mit derzeit 80 Mitgliedern, davon 30 Kindern.

Angefangen hat für Müllen alles 1979. Mit 15 Jahren wurde er von einem Schulfreund gefragt, ob er nicht in den Schachclub Wittlich eintreten will. Müllens damaliger Mathematik-Lehrer war Vorsitzender und Trainer des Clubs. Reinhold Kasper ist mittlerweile über 80 Jahre alt, spielt aber immer noch Schach. Für Müllen ist er "Schachvater und Förderer".

Zuvor hatte Armin Müllen öfter mit seinem Bruder gespielt, der ihm schon einiges beigebracht hatte, damals noch auf dem Schachbrett einer großen Spielesammlung. Der Bruder wiederum hatte es vom Onkel gelernt. Schach liegt also auch ein bisschen in der Familie. Beim großen Familienturnier hat er auch mit einem seiner Brüder und dem Neffen gespielt. Dieses Jahr wurde Armin Müllen zum 16. Mal Stadtmeister - Rekord. Aber auch nach fast 40 Jahren ist das Spiel mit den 32 Figuren keine Routine für Armin Müllen.

Der Rekord-Stadtmeister bezeichnet sich selbst als "Schwarzspieler": Er spielt am liebsten mit den schwarzen Spielfiguren. Und er verteidige sich am Anfang eher lieber, als den Gegner direkt anzugreifen.

Hat er ein bestimmtes Ritual vor wichtigen Spielen? "Nein, kein wirkliches Ritual. Aber wenn wir mit der Mannschaft spielen, habe ich immer dasselbe Outfit an und benutze denselben Kugelschreiber", sagt er. Aber ob es wirklich was bringt, weiß er nicht. Was sicherlich etwas gebracht hat: Nach seinen ersten Spielen bekam er einmal einen Schachcomputer und einmal ein Buch über Schach geschenkt. "Das habe ich gelesen und durchgearbeitet", erzählt Müllen. Und das anscheinend mit Erfolg!

Das Faszinierendste an Schach? "Die Möglichkeit, immer noch einen guten Zug machen zu können." Außerdem müsse man immer vorausdenken, und das Spiel sei nicht so sehr vom Glück abhängig wie etwa ein Karten- oder Würfelspiel. Allerdings sei man von seinem Gegenüber abhängig. Das Interessante daran: Auf Turnieren kennen sich viele Spieler bereits von anderen Wettkämpfen, an denen sie zuvor zusammen teilgenommen haben. Genau das ist das Problem: Kennt man die Gegenspieler, kann man sich teilweise auf die Spiele vorbereiten und ein bisschen planen. "Manche Spieler haben oft ähnliche Züge." Aber was ist, wenn sie dann doch anders spielen? "Dann ist man wieder bei null. Dann kann man sich nicht auf den Plan verlassen."

Früher habe er sich öfter intensiver auf Wettkämpfe vorbereitet. Heute mache er das nicht mehr so häufig. Ist Schach heute noch interessant für junge Menschen? Das sei schwer zu sagen, meint Müllen. Der Denksport bringe viele Vorteile. Zum Beispiel werde die Konzentration besser, und auch in der Schule wirke sich das aus. Aber bei einem Schachspiel gibt es nur wenige Zuschauer und Zurufe, Handys sind verboten. Apropos: Spielt er mit Handy- und Computerprogrammen Schach? "Nein, das habe ich noch nicht gemacht." Schon mit dem Lerncomputer damals als Jugendlicher hatte das nicht so geklappt. Dafür habe er etwa zehn Schachspiele zu Hause, in allen möglichen Variationen. Aber ein Sammler sei er nicht.

Das längste Spiel? Das sei etwa neun Stunden lang gewesen. Einmal hätte er auch ein Spiel gehabt, in dem er etwa 200 Züge gemacht hat. Eigentlicher Durchschnitt in einem Spiel seien etwa 30 Züge.

Ist er extrem ehrgeizig? Nein. "Ich spiele immer aus Spaß. Und ich bin ein guter Verlierer", sagt er und lacht. Nur bei wichtigen und größeren Terminen packe ihn der Ehrgeiz. Dann möchte er auch gerne gewinnen. Sein liebster Einstiegszug sei der sogenannte skandinavische Zug. Aber das hängt auch immer vom jeweiligen Gegner ab.