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Asiatische Kiribäume in Berweiler gegen das Waldsterben

Bergweiler : Wie asiatische Bäume gegen das Waldsterben helfen sollen

Hitze macht der heimischen Pflanzenwelt zu schaffen. Der Kiri-Baum aus Asien hat demgegenüber einen Vorteil. In Bergweiler sollen bald 76 von ihnen wachsen.

Von Jahr zu Jahr wird es trockener – was schwere Folgen für den heimischen Wald mit sich bringt. Das Problem hat auch ein Gärtner aus Bergweiler erkannt und die Initiative ergriffen. Zusammen mit seinen fünf Mitarbeitern und dem Revierleiter aus Bergweiler möchte er nun den schnellst wachsenden Baum der Erde im Bergweiler Wald pflanzen.

„Anfang letzten Jahres habe ich mich im Internet schlau gemacht und nach einem trockenresistenten Baum gegoogelt“, berichtet der 61-jährige Gärtner Ingbert Lanos. Ziemlich schnell sei er dann auf den Kiribaum gestoßen, was ihn erstmal zum Stutzen brachte: „Das war schon ein großer Zufall. Ich selbst habe einen solchen Baum bei mir im Garten stehen!“ Mit seinen Recherchen habe der Gärtner sich dann an den Bergweiler Revierleiter Thomas Gorges gewandt. Dieser sei schlichtweg begeistert von der Idee gewesen, die Bäume im örtlichen Wald anzusiedeln, und habe die entsprechenden Flächen vorbereitet.

Was sind denn nun die Vorteile des asiatischen Kiribaumes? Der wichtigste Punkt sei die Trockenresistenz. Da die Baumart aus Ländern mit einem wärmeren Klima stamme, sei die Trockenheit kein großes Problem. Im Gegensatz zur einheimischen Fichte sei der Kiribaum kein Flachwurzler. „Wenn es ihm zu trocken wird, geht er halt mit den Wurzeln tiefer in die Erde und besorgt sich dort die Nährstoffe“, so Lanos. Ungefähr 80 Prozent der Nadelgehölze im regionalen Wald seien durch die Trockenheit geschädigt. Der Kiribaum sei da eine gute Alternative.

Innerhalb von 20 Jahren wachse die Baumart auf eine schlagfertige Größe. Zum Vergleich: Eine Fichte benötige dafür 70 Jahre, erklärt Lanos. Außerdem sei der Baum Schädlingsfrei und nicht anfällig für Pilze. „Der Kiribaum ist sehr klimafreundlich und wandelt besonders viel CO2 aus der Luft in Sauerstoff um. So sorgt er für eine saubere Luft“, berichtet der Gärtner.

Zudem liefere der Baum ein Wertholz. „Früher wurde das Holz meist für den Schiffbau genutzt“, erzählt der 61-Jährige.  Zu Schiffen werden die geplanten Bäume zwar nicht, doch soll das Holz letztendlich zur Herstellung von Möbelstücken genutzt werden.

Bis Ende April soll der trockenresistente Baum in der Gemeinde Bergweiler gepflanzt werden. „Wir pflanzen Wurzelballen, aus denen dann ein Trieb wachsen soll.“ Dieser werde innerhalb eines Jahres beachtliche fünf Meter hoch wachsen. Da das Holz zu Möbeln weiterverarbeitet werden soll, dürfe es nur einen Haupttrieb geben. Doch lange an diesem erfreuen darf sich der Baum nicht. „Wir schneiden den Trieb nach einem Jahr wieder ab. So wird das Wurzelwerk richtig kräftig und wächst im folgenden Jahr bis zu sieben Meter“, so Lanos.

Vor allem in den ersten Jahren müsste man die Bäume noch besonders hegen und pflegen: „Zu Beginn sind die Triebe noch frostempfindlich. Daher pflanzt man sie am besten zwischen April und Juni.“ Im Wald sei er dank der anderen Bäume noch zusätzlich davor geschützt. Nach drei Jahren jedoch könne der Baum frostige Temperaturen von bis zu minus 22 Grad aushalten.

Natürlich muss der Standort auch passen: „Ich ziehe jetzt mit meinen drei Azubis Bodenproben und mache einen PH-Test.“ Ein sandiger und lehmiger Boden sei perfekt für die asiatische Pflanze. Staunässe sei dagegen ungeeignet für den jungen Baum. Doch wenn er erst richtig gewachsen sei, würde viel Regen, wie wir ihn oft die vergangenen Jahre hatten, nichts ausmachen. „Bei zu großer Nässe stößt der Kiribaum lediglich das Blattwerk ab. Kaputt geht er dadurch nicht“, versichert Lanos.

Die 76 Wurzelstücke würde die Firma „Garten- und Landschaftsbau Lanos“ dank eines Angebots mit zehn Prozent Rabatt 240 Euro kosten: „Wir nehmen die Kosten auf unsere Kappe. Meine Mitarbeiter stehen vollkommen hinter mir und dem Pilotprojekt.“

Kiribäume besitzen beachtliche Blätter. Unter den perfekten Voraussetzungen können die Blätter bis zu einen Meter groß werden. Doch mit solchem gigantischen Laubwerk sei bei dem regionalen Klima nicht zu rechnen. Im Frühling sei der Baum dann besonders schön anzusehen: „Er wird auch Blauglockenbaum genannt. Seine Blüten sehen aus wie Trompeten und sind blau mit weißem Kranz“, erklärt Lanos.

Große Hoffnungen setze er darauf, dass sich das Projekt von selbst weiterentwickle. „Wenn nach drei Jahren der erste Erfolg verzeichnet wird, werden andere Orte vielleicht nachziehen!“