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AstraZeneca für Senioren in Wittlich Corona Impfung

Corona : Wenn ältere Menschen AstraZeneca ablehnen

Manche Senioren sind skeptisch gegenüber dem Impfstoff von AstraZeneca. Wie ist die Lage im Impfzentrum Wittlich? Wie viele Menschen lehnen den Impfstoff ab und wie geht es dann weiter?

Seit vergangener  Woche gilt: Der Impfstoff des britischen Herstellers AstraZeneca kann in Rheinland-Pfalz auch an Menschen über 65 Jahre verimpft werden. Doch gerade ältere Menschen sind dem Impfstoff gegenüber skeptisch. So geht es der Wittlicherin Martha Haase, 86, die sich in ihrer Sorge an den Volksfreund gewandt hat. Sie sei für den 2. April ins Wittlicher Impfzentrum zu ihrem Impftermin eingeladen worden, um mit dem AstraZeneca-Vakzin geimpft zu werden. Einerseits könnte das für sie bedeuten, bald immun zu sein. Den Termin will sie aber wegen des Impfstoffs nicht wahrnehmen: „Ich dachte erst, das ist ein Irrtum, vielleicht hat da jemand nicht auf mein Geburtsdatum geschaut.“

Sie habe beim Gesundheitsministerium in Mainz angerufen und nachgefragt. Das Ministerium habe sie an das zuständige Impfzentrum verwiesen.

Telefonisch habe sie dort aber niemanden erreichen können. Deshalb sei die Wittlicherin kurzerhand selbst in die Schlossstraße gegangen. Aber: „Ich habe keine Möglichkeit gehabt, dort mit jemandem persönlich zu sprechen.“

In ihrem Begleitschreiben stehe, so erzählt sie, dass der Impfstoff an über 65-Jährige nicht verimpft werden dürfe. Diese Empfehlung gilt aber derzeit nicht mehr, da der AstraZeneca-Impfstoff mittlerweile auch für Ältere zugelassen ist. Martha Haase ist damit unzufrieden: „Es soll mir mal jemand erklären, warum der Impfstoff wochenlang für ältere Leute nicht geeignet war und plötzlich doch gut sein soll.“

Die Ständige Impfkommission (Stiko) des Robert-Koch-Institutes hatte in der vergangenen Woche den Impfstoff AstraZeneca für Menschen jeden Alters empfohlen. Zuvor war er nur für Menschen bis 65 Jahre zugelassen.

Die Stiko begründete ihre Entscheidung damit, dass sie neue Studiendaten berücksichtigt habe. Diese seien erst seit kurzem öffentlich. Demnach sei die Wirksamkeit des Impfstoffs des britischen Herstellers auch bei alten Menschen belegt.

Kommt es eigentlich öfter vor, dass Menschen ihren Impftermin nicht wahrnehmen? Laut Kreisverwaltung werde es statistisch nicht erfasst, wenn Impfkandidaten ihrem Termin fernblieben. Deshalb könne dies nur geschätzt werden. „Es ist festzustellen, dass Bio-NTech-Impfungen in der Regel in Anspruch genommen werden“, sagt Manuel Follmann, Pressesprecher der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich. „Lediglich in Einzelfällen erscheinen die eingeladenen Menschen nicht.“

Doch bei dem ungebliebten AstraZeneca-Impfstoff sieht es offenbar etwas anders aus: „Sofern Impfungen mit dem Impfstoff des Herstellers AstraZeneca angekündigt sind, ist es die Regel, dass ein Teil der zur Impfung eingeladenen Personen nicht erscheinen. Die Quote dürfte je nach Impftag bei rund fünf bis zehn Prozent liegen.“

Dass Menschen erst im Impfzentrum auf ihre Impfung verzichten, geschehe aber bislang äußerst selten. Follmann: „Dass ein Impfling erst vor Ort die Impfung aufgrund des Impfstoffs abgelehnt hat, trat bislang erst einmal auf. In solchen Fällen wird der Termin storniert.“ In der Regel würden jene Personen, die einer Impfung mit AstraZeneca skeptisch gegenüber stünden, erst gar nicht erscheinen, so Manuel Follmann.

Auf einen Ausweich-Impfstoff können auch ältere Menschen zumindest vorerst nicht hoffen. Wer es zurzeit ablehnt, mit einem bestimmten Vakzin geimpft zu werden, dem bliebe vorerst nur abzuwarten.