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Auch an einem verregneten Sonntag darf an der Mosel gelacht werden

Auch an einem verregneten Sonntag darf an der Mosel gelacht werden

In Bernkastel-Kues und Neumagen-Dhron locken nicht nur offene Geschäfte.

Auch an einem verregneten Sonntag darf an der Mosel gelacht werden
Foto: (m_mo )

Bernkastel-Kues/Neumagen-Dhron Der Himmel weinte zwar beim verkaufsoffenen Sonntag in Bernkastel-Kues, doch mehreren Künstlern, allen voran dem Kröver Christoph Engels, gelang es trotzdem die Stadt zum Lachen zu bringen. Das Straßentheater auf dem Marktplatz kam bei den Zuschauern gut an. Inwieweit die gute Laune auf die Lust am Kaufen ausstrahlt, wird wahrscheinlich erst die Zeit zeigen. Der verregnete Sonntag dürfte nicht unbedingt ein Maßstab sein - obwohl es um 14 Uhr in Zentrumsnähe keinen freien Parkplatz mehr gab.
Das Projekt soll aber keine Einmal-Veranstaltung bleiben. Der Werbekreis der Stadt will "Bernkastel Lacht" gerne ins Rahmenprogramm der verkaufsoffenen Sonntage aufnehmen. Da eine neue Vorschrift besagt, dass diese beliebte Art des Einkaufs nur in Verbindung mit einer zusätzlichen Veranstaltung erlaubt wird, bietet sich das natürlich auch an.
Der Werbekreis hat für das gestrige Projekt 5000 Euro für Künstlergagen bereitgestellt (der TV berichtete). Nach jedem Auftritt wurde auch noch ein Hut herumgereicht. "Das ist ein alter Brauch und auch eine direkte Form der Anerkennung", so Christoph Engels über das besondere Flair.
Engels auf dem Hochrad, die Seilartistin Sarah Stiefel, die musikalischen Stelzengänger vom Duo Grande und der Bauchredner Jürgen Krämer haben das Motto mit Leben erfüllt: Sie haben erreicht, dass Bernkastel-Kues lacht - zumindest auf dem Marktplatz.
"Eine tolle Aktion", lobte Urlauber Rainer Möller aus Bielefeld, der erst wenige Stunden vorher in Bernkastel-Kues angekommen war, um mit Partnerin Monika Kruse eine Sport- und Aktivwoche zu verbringen. Christoph Engels, der wie die anderen Künstler auch, die Nähe zum Publikum suchte und fand, hatte ihn zu einem seiner Helfer gemacht.
In Neumagen-Dhron war bei gleicher Witterung die römische Vergangenheit der Aufhänger für den verkaufsoffenen Sonntag. Angeregt durch ein Forschungsprojekt der Goethe-Universität Frankfurt und der Direktion des Rheinische Landesmuseums Trier zum Thema "Römische Denkmäler" mit dem Schwerpunkt "Funde aus Neumagen" fand der Tag des römischen Denkmals statt. Er soll Einheimischen und Gästen die Bedeutung des Ortes für die römische Geschichte vermitteln.
Die Stella Noviomagi, der Nachbau des römischen Weinschiffs, war auf der Mosel unterwegs, das römische Museum hatte geöffnet, und es gab Gästeführungen unter dem Motto "Auf den Spuren der Römer". Aktiv war auch die Feuerwehr. Gefeiert wurde der vor zehn Jahren erfolgte Zusammenschluss der Wehren aus Neumagen und Dhron.