Auch Friedhöfe sind nicht für die Ewigkeit

Auch Friedhöfe sind nicht für die Ewigkeit

Veränderte Bestattungsformen sind nicht nur in großen Städten zu finden. Auch die Salmtaler reagieren auf die steigende Nachfrage nach Urnengräbern und gestalten die beiden Friedhöfe in Gemeindebesitz um.

Salmtal. Beim Fußball mögen die beiden Salmtaler Ortsteile Salmrohr und Dörbach getrennte Wege gehen. Und es gibt in beiden Teilen jeweils eigene Kappensitzungen. Doch bei der Gestaltung der zwei Friedhöfe gibt es ein Konzept, dessen Umsetzung sich die Gemeinde rund 260 000 Euro kosten lässt.
Das Projekt fällt in den Geschäftsbereich des kürzlich neu gewählten ersten Beigeordneten Anton Duckart. Er sagt: "Wir müssen der geänderten Friedhofskultur Rechnung tragen."
Zwei Orte der Ruhe


Das bedeutet unter anderem, dass immer mehr Menschen wollen, dass nach ihrem Tod die Angehörigen wenig Arbeit bei der Grabpflege haben. "Manchmal gibt es auch keine Angehörigen mehr", sagt Duckart. Das sei bei einigen früheren Bewohnern des Salmtaler Seniorenheims so, die auf einem der örtlichen Friedhöfe ihre letzte Ruhe gefunden haben.
Auch in Salmtal sind Urnenbestattungen auf dem Vormarsch. "Wir brauchen deshalb nicht mehr so viel Platz", sagt Duckart. Zudem gebe es Verbesserungsbedarf an den beiden Standorten. Sei es der ungünstige Standort von Abfallcontainern, sei es der fehlende Platz für Trauergäste bei Beerdigungen oder die ungünstige Zufahrt zur Leichenhalle in Dörbach und so weiter und so fort.
Schon im Jahr 2009 beschloss der Gemeinderat deshalb in Zusammenarbeit mit einem Büro für Landschaftsarchitektur einen Plan, der seit 2011 schrittweise auf den beiden Gottesäckern umgesetzt wird. Ziel der Salmtaler ist es, zwei Orte der Ruhe und Besinnung zu schaffen und zu gestalten.
Dabei wird auch neueren Bestattungsformen Rechnung getragen. So gibt es Urnenrasengräber oder Urnenwahlgräber oder Sarg-Rasengräber. Auch der Bau von Urnenstelen ist geplant. Auf dem Friedhof Burgstraße in Wittlich gibt es bereits solche Stelen, bei denen die Urnen in Fächern bestattet werden, die jeweils mit einer Platte verschlossen werden.
Doch nicht nur zeitgemäße Bestattungsformen stehen auf dem Programm der Salmtaler. Anton Duckart zählt auf: Alle Nadelhölzer auf den Friedhöfen wurden gerodet, Laubbäume und Hainbuchenhecken wurden gepflanzt, Abwasseranlagen wurden erneuert, Teerflächen durch wassergebundene Kieswege ersetzt, Wege verbreitert und so weiter und so fort.
Momentan laufen die letzten noch ausstehenden Arbeiten in Dörbach. Sobald die abgeschlossen sind, "sind unsere Friedhöfe für die Zukunft gerüstet", sagt der erste Beigeordnete Anton Duckart.

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