Auch Maurer können's richten

Bei der 824 000 Euro teuren Erweiterung und Sanierung der Evangelischen Kindertagesstätte Mülheim sind mit dem Träger auch zwei Gemeinden, der Kreis und das Land mit im Boot.

Mülheim. Wer den Rohbau erkundet, kann sich kaum vorstellen, dass dort schon im Sommer Kinder herumtoben sollen. Doch genau so sieht es die Planung für den Anbau der Evangelischen Kindertagesstätte Mülheim vor. "Im Laufe des Juli - vielleicht auch im August - werden wir hier mit den Arbeiten fertig werden", zeigte sich Pfarrer Thomas Berke beim Richtfest zuversichtlich, dass das auch klappen wird. Die offizielle Eröffnung steht aber erst im Oktober nach der Sanierung des bisher genutzten Gebäudetraktes an.

Allerdings ist bis dahin noch viel zu tun. Denn in dem Anbau werden nicht nur zwei Gruppenräume mit zwei Schlafräumen für 20 Kinder unter drei Jahren eingerichtet. Im neuen Komplex finden auch ein Speisesaal, ein Personalraum und ein Multifunktionsraum Platz. Sobald alles bezugsfertig ist, wird zudem der Eingang in den Anbau verlegt. An der Nahtstelle von Alt- und Neubau, die im rechten Winkel aufeinander treffen, wird er allen im Haus kurze Wege ermöglichen. Wohlüberlegt ist auch die Energieversorgung. Eine umweltfreundliche Luft-Wärmepumpe wird für Wärme sorgen, und das begrünte Flachdach ermöglicht ein Versickern des Regenwassers im Erdreich.

Mit dem 670 000 Euro teuren Anbau war im November begonnen worden. Sobald er bezugsfertig ist, werden alle Kinder in den Neubau umziehen, damit der Altbau, dem es auch an Platz mangelt, saniert werden kann. Vorgesehen sind Wärmedämmung, neue Fenster, die Vergrößerung der Küche und die Sanierung der Toiletten, was weitere 154 000 Euro kosten wird. Allerdings steht der Träger nicht allein da mit der Investition. Neben dem Evangelischen Kirchenkreis Trier und der Evangelischen Kirchengemeinde Mülheim steuern die Ortsgemeinden Mülheim und Brauneberg sowie Land und Kreis ihren Obolus bei. Nach der Sanierung werden im Altbau wieder bis zu 50 Drei- bis Sechsjährige einziehen, denen 20 Ganztagsplätze zur Verfügung stehen.

Laut Berke wird sich das Raumangebot fast verdoppeln. "Wir haben schon für 2013 geplant", verweist auf den gesetzlichen Anspruch für Einjährige auf einen Kindergartenplatz.

Das Richtfest musste ausnahmsweise ohne Zimmermann über die Bühne gehen. Maurermeister Claus Bayer von der Binsfelder Firma Nikolaus Neises vertrat seine Zunft jedoch würdig und ließ mit dem traditionellen Richtspruch "Bauherrschaft" und Handwerker gleichermaßen hochleben.