Auch TV-Leser kritisieren die Wittlicher Hotel-Pläne

Facebook-Kommentare : Auch TV-Leser kritisieren die Wittlicher Hotel-Pläne

Das Stadtvorhaben eines neuen Hotels mitten in Wittlich erhitzt nicht nur die Gemüter der Hoteliers.

Die Pläne für ein großes City-Hotel mitten in der Wittlicher Innenstadt schreiten voran und gleichzeitig wächst auch die Kritik an dem Projekt von mehreren Seiten. Die Hoteliers, die in Wittlich bereits Betten zur Übernachtung anbieten, sehen sich von der Stadt übergangen (der TV berichtete): Auch wegen der möglichen Konkurrenz, die ein City-Hotel darstellen würde, fürchten etwa Michael und Nicole Braun vom Hotel Vulcano Lindenhof um ihre Existenz: „Dann ist Ende im Gelände“. Das Ehepaar schätzt, dass die Pläne der Stadt mehr Arbeitsplätze bedrohen als sie überhaupt schaffen könnten.

Doch auch viele TV-Leser kritisieren auf der Facebookseite der Lokalredaktion Wittlich das Megaprojekt eines City-Hotels in der Innenstadt. Eine Auswahl an Kommentaren macht deutlich, was die Leute genau stört. So sieht etwa Alex Gross das Überleben der restlichen Hoteliers durch den Bau des neuen Hotels gefährdet: „Einfach nur traurig wie mit den Hoteliers umgegangen wird und akzeptiert wird, dass es allen an die Existenz geht!“.

Auch der Kritik an fehlenden Tourismusattraktionen in der Stadt, welche die Hoteliers angesprochen hatten, schließen sich einige Leser an. So fragt Klaus Merges die Verantwortlichen konkret: „Was wollen denn die Wittlicher Stadtherren tun, um Wittlich attraktiver zu machen und damit ein solches Hotel und die bereits bestehenden auszulasten?“ Und Sandra Schreieck meint: „Eifel und Mosel sind attraktiv für Touristen, die haben aber ihre eigenen Hotels. Mir fällt jedoch nichts ein, was mich als Tourist nach Wittlich ziehen würde. Wenn Wittlich etwas nicht braucht, dann ist es ein weiteres Hotel. Der Stadtrat sollte lieber sehen, dass er wieder Leben in die Fußgängerzone bekommt“. Und eine weitere Nutzerin sagt sarkastisch: „Bettenzahlen verdoppeln – Schwimmbad verkleinern: Irgendwas läuft doch hier in Wittlich schief. Demnächst wird bestimmt noch die Kirmes verkürzt.“

Ebenso kommen neue Argumente auf den Tisch: So sieht etwa Oliver Ritzmann die Parkmöglichkeiten in der Stadt gefährdet: „Wenn der Parkplatz Kurfürstenstraße wegfällt, machen die Läden in der Galerie zu. Die Märkte im neuen Gewerbegebiet freut es“. Und Sabrina Hoffmann denkt an die Säubrenner-Kirmes: „Wo ist die Kirmes, wenn das Hotel steht? Wo stehen die Wohnwagen der Schausteller?“ Leser Rolf Schultze sieht jedoch auch eine Mitschuld der Hoteliers an ihrer derzeitigen Situation: „Die Wittlicher Hoteliers haben bisher auch nichts getan!“ ohne seinen Vorwurf weiter zu konkretisieren.

Es herrscht jedoch auch eine Unzufriedenheit darüber, wie bisher mit Kritik gegenüber dem Hotel-Projekt umgegangen wurde. Deswegen kritisiert Anja Stroh, dass kritische Stimmen zunächst erst als notorisches Nörgeln abgestempelt worden seien: „Das Hotel sei nötig, um Wittlich zu modernisieren und viele zahlende Touristen anzulocken. Es ist schön, dass hier offensichtlich ein Umdenken stattgefunden hat“. Teilweise fallen die Reaktionen aber auch sehr direkt aus, wie eine andere Leserin bewies: „Für mich aus den genannten Gründen nicht nachvollziehbare und unverständliche Pläne! All das waren meine Gedanken, als ich zum ersten Mal von diesen Plänen hörte! Ich hoffe für die Wittlicher Betriebe und Arbeitgeber, dass sie nicht realisiert werden!“

Wie man in den Kommentaren zur TV-Berichterstattung lesen kann, teilen viele TV-Leser die Ängste der Hotelbetreiber und hinterfragen die Notwendigkeit eines weiteren Hotels. Nun tut sich die Frage auf, ob wirklich die breite Bevölkerungsmehrheit das Megaprojekt nicht unterstützt oder ob die Kritiker einfach deutlich lauter sind als die Befürworter.

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