Auf dem Ausoniusweg zurück in alte Zeiten

Auf dem Ausoniusweg zurück in alte Zeiten

Vor 20 Jahren hat ein Dutzend Geschichtsinteressierte aus dem Kreis Birkenfeld und dem Rhein-Hunsrück-Kreis erstmals die Römerstraße zwischen Trier und Bingen erkundet. Zum Jubiläum machten sie sich nun wieder auf den Weg.

Hochscheid/Krummenau. (mos) Wanderwege schießen derzeit im Hunsrück wie Pilze aus dem Boden. Das sah vor 20 Jahren noch ganz anders aus. Rund ein Dutzend Geschichtsinteressierte aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis und dem Kreis Birkenfeld machte sich damals auf den Weg, die Römerstraße von Bingen nach Trier in einer Viertagestour erstmals unter die Füße zu nehmen. Initiiert wurde die Pionierwanderung seinerzeit von Hans Dunger aus Kirchberg mit Unterstützung des Simmerner Landrats Bertram Fleck. Fünf Jahre später, im Jahr 1995, übergab der damalige Regierungspräsident Gerd Danko die Strecke als geschichtlichen Wanderweg seiner Bestimmung.

Der Name Ausoniusweg erinnert an den römischen Prinzenerzieher Decimus Magnus Ausonius, der im Jahr 371 seine Eindrücke von der Reise zwischen Bingen und Trier in der Reisebeschreibung "Mosella" literarisch verarbeitet hat. Die 20-jährige Wiederkehr der Pionierwanderung war Anlass für Landrat Bertram Fleck und Hans Dunger, den damaligen Erkundungstrupp zu einer Jubiläumswanderung auf einem Teilstück der alten Römerstraße einzuladen. Ausgangspunkt war Liederbach. Von dort ging es dreieinhalb Gallische Leugen (knapp acht Kilometer) gen Westen bis zur sogenannten Dreiländerecke an der Gemarkungsgrenze von Krummenau. Ein imposanter Grenzstein mitten auf der Trasse der Römerstraße erinnert noch heute daran, dass an jener Stelle im Mittelalter die Herrschaftsbereiche der Wild- und Rheingrafen, Kurtrier und die Vordere Grafschaft Sponheim aufeinander trafen. In preußischer Zeit, nach dem Wiener Kongress, berührten sich hier die Kreise Bernkastel, Simmern und Zell. Heute sind es nur noch der Rhein-Hunsrück-Kreis und der Landkreis Birkenfeld, die mit Laufersweiler, Niederweiler und Krummenau den uralten Grenzpunkt teilen. Nach Abschluss der Wanderung war es an der Zeit, ein Resümee der touristischen Nutzung des Ausoniusweges zu ziehen. In den ersten zehn Jahren seien die Buchungen entlang der Römerstraße deutlich angestiegen, aber in jüngster Zeit sei das Interesse abgeebbt, so der Eindruck des Simmerner Landrates. Allerdings dürfe man nicht vergessen, dass nur gebuchte Etappen auf der Römerstraße messbar seien. Wanderer, die sich selbst auf den Weg machen, ohne das Paket Ausoniusweg zu buchen, finden sich in keiner Statistik. Dennoch sei es an der Zeit, den historisch hochinteressanten Wanderweg wieder mehr in Erinnerung zu rufen. ExtraWandertipp: Über das Quellheiligtum von Hochscheid ist der Sirona-Weg im Landkreis Birkenfeld an die Ausoniusstraße angebunden. Wanderung auf der Ausoniusstraße als Fünftagestour von Bingen nach Trier oder in Teilstrecken, etwa zum rekonstruierten römischen Wachturm bei Dill. Dort finden Familien nur einen Steinwurf entfernt original römische Spiele (Nüsse kullern, Rundmühle, Deltaspiel). Kontakt: E-Mail touristik@kirchberg-hunsrueck.de, www.kirchberg-hunsrueck.de, Tel. 06763/910 144