Auf den Spuren des Urgroßvaters

Vor einigen Tagen besuchte der 19-jährige kanadische Ingenieurstudent Greg Weyrich mit seiner Mutter Ellen Traben-Trarbach, um mehr über seinen hier 1909 geborenen Urgroßvater Karl zu erfahren. Ein Zufall verhalf beiden zu vielen Informationen, und Mutter und Sohn stellten nahezu fassungslos fest: "Das ist ein Wunder".

 Greg Weyrich und seine Mutter Ellen waren begeistert, als ihnen Gisela Gerhard (rechts) viele alte Dokumente über den 1929 aus Traben-Trarbach ausgewanderten Urgroßvater Karl Weyrich vermachte.TV-Foto: Gerda Knorrn-Belitz

Greg Weyrich und seine Mutter Ellen waren begeistert, als ihnen Gisela Gerhard (rechts) viele alte Dokumente über den 1929 aus Traben-Trarbach ausgewanderten Urgroßvater Karl Weyrich vermachte.TV-Foto: Gerda Knorrn-Belitz

Traben-Trarbach. Greg Weyrich macht zurzeit ein achtmonatiges Berufspraktikum im Schwarzwald. Nun reiste seine Mutter aus Fredericton an, Hauptstadt der Provinz Neu-Braunschweig, und beide begaben sich auf Spurensuche nach dem in den 70er Jahren verstorbenen Urgroßvater Karl, der 1929 nach Kanada ausgewandert war.Von Standesbeamtin Martina Trapka erfuhren sie, dass Karl als uneheliches Kind der 18-jährigen Klara Weyrich im März 1909 in der Grabenstraße 38 zur Welt gekommen war. Anschließend besuchten Greg Weyrich und seine Mutter das Mittelmosel-Museum, wo an jenem Vormittag Gisela Gerhard ihren Dienst versah. Als der junge Mann ihr zufällig von seinem Anliegen erzählte, fiel sie fast aus allen Wolken: "Ihren Urgroßvater habe ich noch gekannt." Bei ihrem Vater, dem Zimmermeister und Treppenbauer Max Gerhard, hatte Karl Weyrich einst seine Lehre gemacht. Im kanadischen Newcastle in der Provinz Ontario gründete er später eine Möbelfabrik und brachte es bis zum Millionär. "Mein Vater hat ihn sehr gerne gemocht", berichtete Gisela Gerhard, zumal der Auswanderer über Jahrzehnte in freundschaftlicher Verbindung mit der Familie stand und viele Briefe und Fotos schickte. Nur einmal kehrte Karl Weyrich in die alte Heimat zurück, 1959, zum Jahrgangstreffen der 50-Jährigen, was an der Mosel fröhlich gefeiert wurde. Gisela Gerhard durchforstete zu Hause Schubladen und Schränke und förderte tatsächlich alte Fotografien, Briefe und einen prächtigen Katalog mit Arbeiten aus der Weyrich-Werkstatt zutage, den Karl Weyrich seinem einstigen Lehrherrn zugeschickt hatte. "Das sind wahre Schätze", stellten Mutter und Sohn übereinstimmend fest, als ihnen die Unterlagen übergeben wurden. Gerne möchten sie auch mehr über die Halbgeschwister des Urgroßvaters und deren Nachkommen erfahren. Wer war der Vater des Urgroßvaters?

Klara Weyrich ehelichte am 2. August 1914 Friedrich Karl Storr. Am Markt befand sich ihre "Mosella Drogerie". Viele Kinder wurden dem Ehepaar geschenkt, "doch von denen lebt keiner mehr", weiß Gisela Gerhard. Greg Weyrich interessiert auch, wer der Vater seines Urgroßvaters war. Bekannt ist nur, dass er von Traben-Trarbach nach Kanada emigrierte, was seinen Sohn Karl später ebenfalls bewog, auszuwandern. Doch wie hieß er, welche Ausbildung hatte er? Der junge Student ist an allen Informationen, besonders auch über die Storr-Familie interessiert. Bis Mitte August ist er postalisch erreichbar bei Familie Ehnert, Sommerauerstraße 7, 78098 Triberg oder per E-Mail unter GBMorris@gmail.com

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