Auf den Spuren von Nikolaus von Kues

Auf den Spuren von Nikolaus von Kues

Der Cusanuspilgerweg wurde im März 2009 offiziell eröffnet. Das Projekt geht auf eine Idee von Erich Schwind aus Bengel zurück. Seither haben sich viele Menschen auf den Pilgerweg gemacht, der von der Geburtsstätte des Nikolaus von Kues bis nach Rom führt.

Bernkastel-Kues. Im Hof des St.- Nikolaus-Hospitales in Bernkastel-Kues lässt eine besondere Kreuzwegstation die Besucher innehalten. Es ist die erste Station des Kreuzweges, die Erich Schwind (Bengel) aus Eichenholz geschnitzt hat (der TV berichtete). An dieser Stätte, wo in der Stiftskapelle das Herz des Cusanus ruht, beginnt der internationale Cusanuspilgerweg durch drei Länder: Deutschland, Österreich und Italien. Hier am St.-Nikolaus-Hospital gedenken Stadt und Cusanusstift am 11. August mit einem Festtag des 550.Todestages von Nikolaus von Kues.
14 stählerne Traubenblätter


Der Cusanuspilgerweg erinnert auf seiner 1500 Kilometer langen Pilgerstrecke mit den 14 Kreuzwegstationen als Markierung an das Leben und Wirken des großen Theologen und Philosophen. Die Idee dazu hatte ebenfalls Erich Schwind. Unter dem Leitgedanken "Ein Kreuz findet seinen Weg - zu Fuß von Kues nach Rom" pilgerte er mit einer Gruppe nach Rom.
Auf dem Rücken trugen die Teilnehmer die 14 Kreuzwegstationen. In sieben Etappen legten die Pilger den Weg zurück. Der damalige Papst Benedikt XVI. begrüßte die Pilger Ostern 2007 bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz in Rom. "Der Pilgerweg soll den Herzschrein vor dem Altar der Kapelle des Cusanusstifts mit seinem Grab in der Titularkirche St. Piedro di Vincoli in Rom verbinden", erklärt Elisabeth Jung, Vorstandsmitglied des Fördervereins Cusanus-Rompilger. Der Verein (35 Mitglieder) sorgte dafür, dass die 14 Kreuzwegstationen mit Genehmigung der einzelnen (Kirchen-)Gemeinden und Behörden an Orten aufgestellt wurden, die Bezug zu Cusanus\' Leben und Wirken haben. In Kues beginnt der Pilgerweg. Vor der Station "Jesus wird zum Tode verurteilt" im Stiftshof sind 14 stählerne Traubenblätter zu sehen, jedes mit der Namensnennung der einzelnen Standorte von Kues bis nach Attigliano (Italien).
Gruppen und Einzelpersonen haben sich bisher auf den Weg gemacht. Auf dem Pfad des Cusanus ging auch die gebürtige Polin Krystyna Cabay. "Das war ein tief bewegendes Erlebnis", sagt sie. Sie schenkte Elisabeth Jung die Karte "Pilgern in Europa", eine Wanderkarte, auf der neben bedeutenden Pilgerwegen auch der Cusanuspilgerweg von Kues bis Rom eingetragen ist. mbl
Mehr Informationen zum internationalen Cusanuspilgerweg und den Standorten der Kreuzwegstationen sind zu erfahren im Internet unter
www.cusanus-rompilger.de oder www.kalimedia pilgern in Europa.de
Extra

Das Wort Pilger, veraltet auch "Pilgrim" stammt vom lateinischen Wort "peregrinus" ab. Es bedeutet soviel wie Fremdling und bezeichnete ursprünglich Personen, die aus religiösen Gründen in die Fremde, zu einem bestimmten Pilgerort unterwegs waren. Schon im Mittelalter gab es die drei bedeutenden Fern-Pilgerziele Jerusalem, Rom und Santiago de Compostela. Dabei ist Pilgern kein typisches christliches Merkmal, auch in den anderen Weltreligionen ist es bekannt. Abschalten vom Alltag, zur inneren Ruhe kommen - darum machen sich Menschen oftmals auf einen Pilgerweg. Alleine oder in der Gruppe- einen Pilgerweg zu gehen, bedeutet auch, dass man anderen, bisher fremden Menschen begegnet und ins Gespräch kommt. In einem Pilgerausweis werden die Etappen mit Stempel eingetragen. Es gibt auch besondere Pilger-Abzeichen, die die Pilger an Hut, Kleidung oder Rucksack mit sich tragen. Das bekannteste Beispiel ist die Jakobsmuschel, denn der Jakobspilgerweg geht nach Santiago de Compostela zum Grab des Heiligen Jakobus. Die gelbe Muschel auf blauem Untergrund markiert zudem die ganze Wegstrecke und ist auch auf der Bernkastel-Kueser Brücke zu sehen. Vielleicht bekommt ja eines Tages auch der internationale Cusanuspilgerweg sein eigenes Abzeichen. mbl