Dorfentwicklung: Auf der Suche nach Bauplätzen

Dorfentwicklung : Auf der Suche nach Bauplätzen

Die Gemeinde Zeltingen-Rachtig will 50 neue Bauplätze oberhalb der Ortslage schaffen. Der notwendige Aufstellungsbeschluss soll noch in diesem Jahr erfolgen.

Weiterentwickeln, aber wie und wohin? Das fragen sich die Mitglieder des Gemeinderats Zeltingen-Rachtig für ihren Ort. Das gilt sowohl für den normalen Hausbau, als auch für Gewerbeansiedlungen. In ihrer jüngsten Sitzung hat ihnen Hubert Bruch vom Ingenieurbüro IGR in Rockenhausen Vorschläge unterbreiten können. „Hier muss was passieren, wenn Sie sich weiterentwickeln wollen“, sagt er mit Blick auf den Hochmoselübergang. Möglichkeiten für Bauplätze gebe es oberhalb des Dorfes, wo sich derzeit Weinberge, Holzlagerplätze und Grünflächen befinden, sagt er. Dort seien zwei Erweiterungen möglich. In der Verlängerung des Kirchenpfads oberhalb der Straßen Auf den Flur und Unterm Weinberg schlägt er einen rund 30 000 Quadratmeter großen Bereich vor, der vom Kirchenpfad her durch eine Ringstraße erschlossen werden könnte und Platz für rund 50 Baugrundstücke bieten würde. Die Grundstücke  hätten mit 16 Prozent Neigung einen unverbaubaren Blick zur Mosel hin, sagt er. Und: Vom Hochmoselübergang seien keine Emissionen zu erwarten.

Eine zweite Möglichkeit, Baugrundstücke zu erschließen, liege auf der anderen Seite des Kirchenpfades oberhalb des Mittelwegs, wo 55 Baugrundstücke entstehen könnten. Dem Gemeinderat empfiehlt er, noch in diesem Jahr einen Aufstellungsbeschluss zu erwirken. Denn aufgrund gesetzlicher Regelungen gelte bis zum 31.12.2019 ein beschleunigtes Verfahren, bei dem beispielsweise keine Ausgleichsflächen nachgewiesen werden müssten und das der Gemeinde sowie den späteren Grundstückskäufern Kosten in sechsstelliger Höhe erspare.

In einer ersten Kostenschätzung ermittelt er unter diesen Voraussetzungen Erschließungskosten von 87,50 Euro pro Quadratmeter. Hinzu kämen die Grundstückspreise. Problematisch seien allerdings die Eigentumsverhältnisse. Denn derzeit gehörten die beiden möglichen Flächen insgesamt 69 Eigentümern.

Die Tendenz im Gemeinderat nach kurzer Beratung ist eindeutig: In der Gemeinderatssitzung im Dezember soll über einen Aufstellungsbeschluss für das Gebiet oberhalb der Straßen Auf den Flur und Unterm Weinberg entschieden werden. Außerdem sollen die jetzigen Grundstückseigentümer angeschrieben werden. „Wir müssen offen reden, was geht und was nicht“, sagt der erste Beigeordnete Harald Guggenmos. Die Gemeinde solle die Grundstücke aufkaufen und dann die Flächen nach den Wünschen der Käufer aufteilen. Mit einer Erweiterung des Gewerbegebietes will sich der Rat im kommenden Jahr eingehend befassen, weil für Gewerbegebiete die zum Jahresende auslaufenden Bedingungen für die Erschließung nicht gelten.

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