Auf der Suche nach mehr Profil

HUNSRÜCK. (iro) Wie kann sich der Hunsrück in Sachen Naturtourismus noch stärker profilieren? Diese Frage wird im Mittelpunkt der diesjährigen Regionaltagung zur nachhaltigen Entwicklung am Hunsrückhaus stehen.

Die Tagung wird zum sechsten Mal vom Hunsrückhaus, der Landeszentrale für Umweltaufklärung und dem Entwicklungsschwerpunkt Hochwald organisiert. Sie liefert seitdem regelmäßig Denkanstöße in verschiedenen Bereichen. In jüngster Zeit standen die demografische Entwicklung und die Probleme, die den Dörfern daraus erwachsen, im Vordergrund. Diesmal nehmen Experten und Laien das Thema "Mit den Pfunden rechnen - Naturtourismus im Hunsrück" vor. Mit der Nachfrage nach der Tagung ist die neue Chefin im Hunsrückhaus Nicole Weis schon "sehr zufrieden". 90 Anmeldungen seien bereits eingegangen. Die Tagung richtet sich an alle Touristiker in der Region, an Hoteliers und Gaststättenbetreiber, aber auch an jeden, der sich fürs Thema interessiert. Jeder kann sich nach Auffassung von Weis mit eigenen Ansichten und Erfahrungen einbringen. Dass die Stärken des Hunsrücks vor allem die unberührte Natur und die Ruhe sind, die häufig vor allem Großstädter im ländlichen Raum rund um den Erbeskopf suchen, ist längst ein Allgemeinplatz. Zwar entdecken immer mehr Menschen die Schönheit von Landschaften in der Bundesrepublik, aber auch die deutschen Regionen von der Eifel bis in den Bayerischen Wald stehen immer stärker in Konkurrenz miteinander. Sicherlich wird auch vor Ort schon vieles getan. Man denke beispielsweise an die Entwicklung des Saar-Hunsrück-Steigs, einen Premium-Wanderweg, der noch in diesem Jahr eröffnet werden soll. Und auch die Sommerrodelbahn am Erbeskopf passt in ihrer naturnahen Variante ohne Landschaftsverbrauch prima ins naturtouristische Konzept. Doch auch andere Regionen schlafen nicht. Wer im Wettbewerb seine Stellung behaupten will, muss sich noch stärker auf das Besondere, das Unverwechselbare setzen. Und genau darum geht es bei der sechsten Regionaltagung am Freitag, 28. April, und Samstag, 29. April, im Hunsrück. An möglichst konstruktiven Diskussionen wirken einheimische und auswärtige Fachleute mit. Jörn Winkhaus von der Hunsrück Touristik benennt die großen Potenziale des Hunsrücks, während die Hermsekeiler Naturpark-Chefin Gudrun Rau den neuen Saar-Hunsrück-Steig vorstellt. Anregungen von auswärts kommen beispielsweise von Thomas Wilken aus Hamburg, der sich mit dem Thema "Qualitätsoffensive Naturparke" auseinander setzt, und Dr. Josef Heringer von der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege aus Laufen, der das Thema "Regionale Identität als Grundlage für ein erfolgreiches Marketing" behandelt. Der regionalen Identität nähern sich die Tagungsteilnehmer am Nachmittag noch ganz praktisch. Der Hunsrückbarde Martin Weller sorgt für einen Ausklang auf Hunsrücker Platt. Ganz im Zeichen der Praxis steht die Exkursion am Samstag. Die Exkursionsteilnehmer besuchen die Weiskirchener Blumen- und Gartentage mit dem Projekt "Gärten ohne Grenzen", das Naturpark-Dorf Rissenthal, das sich durch besonderes Engagement der Bevölkerung auszeichnet und erwandern einen Abschnitt des Felsenwegs im Saarland. Dabei triffen sie eine alte Bekannte: Die Moderation am Samstag übernimmt die ehemalige Hunsrückhaus-Leiterin Corinna Albert. Infos und Anmeldung beim Hunsrückhaus unter Telefon 06504/778.