Auf die Knolle folgt Wildbret

Morbach/Kell am See/Hentern Als die Kartoffel im 17. Jahrhundert von Südamerika nach Europa kam, wurde sie im kargen Hunsrück schnell zum wertvollen Nahrungsmittel. Noch heute sind gefüllte Klöße und deftige Suppen aus "Grumbeern" - so heißt die Kartoffel im moselfränkischen Dialekt - bei den Einheimischen sehr beliebt.

Das hat sich auch bei den Kartoffeltagen Saar-Hunsrück wieder gezeigt. "Die Veranstaltung ist etabliert, es ist immer viel los. Aber diesmal war es extrem gut", sagt Walburga Meyer von der Touristinformation Kell am See, die die Themenwoche gemeinsam mit Kollegen aus dem Saarland und Hunsrück koordiniert hat. Von den teilnehmenden Gastronomen habe sie sehr positive Rückmeldungen erhalten.
30 Hotels und Gasthäuser, von Losheim im Saarland bis Sohren im Hunsrück, hatten vom 7. bis 22. Oktober ihre Kreationen rund um die Knolle angeboten. Gestartet war die Reihe vor mehr als 20 Jahren als Hochwälder Kartoffeltage im Raum Kell/Losheim/Weiskirchen. 2015 wurde das Gebiet in Richtung Hunsrück ausgedehnt. Als verbindendes Element dient der quer durch die Region verlaufende Fernwanderweg Saar-Hunsrück-Steig. Hinter der Ausdehnung steckte auch der Wunsch, stärker mit den Regionalinitiativen Ebbes von Hei und SooNahe sowie den Naturparks Saar-Hunsrück und Soonwald-Nahe zusammenzuarbeiten. "Die Erweiterung hat der Sache noch mal einen Schub gegeben", ist Meyer überzeugt. Die Betriebe hätten dadurch neue Gäste dazugewonnen. "Manche haben sich vielleicht gedacht: Die heimischen Betriebe kennen wir, jetzt fahren wir mal in die Nachbarorte."
Auch bei Urlaubsgästen stießen die kulinarischen Angebote vermehrt auf Interesse, sagt die Keller Tourismus-Chefin. "Regionale Produkte rücken insgesamt stärker ins Bewusstsein." Bei der Zahl der teilnehmenden Betriebe gebe es nach oben keine Grenze: "Das Regionale muss allerdings im Vordergrund stehen." Entscheidend für den Erfolg sei auch, dass sich die Köche so kreativ zeigten und immer neue Zubereitungsideen fänden. Kreatives gab es wieder eine Menge. "Wir haben uns viel Mühe gegeben und zum Beispiel ein Kartoffeleis angeboten", berichtet Simon Armbruster, Koch im Landhaus am Kirschbaum in Morbach. Das Hotel war erstmals bei den Kartoffeltagen dabei. Die Hausgäste hätten die Gerichte sehr gut angenommen - auch wenn insgesamt weniger Betrieb gewesen sei als während des Fischfestivals im März.
Als Nächstes stehen Wildgerichte im Fokus. Alle kulinarischen Veranstaltungsreihen der Region sollen laut Meyer in einer Ende des Jahres erscheinenden Broschüre zusammengefasst werden.Extra: AB 4. NOVEMBER GEHT ES UM REH UND WILDSCHWEIN

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