Auf die Zusammenarbeit kommt es an
Wenn Menschen aus verunglückten Autos gerettet werden müssen, kommt es auf die gute Zusammenarbeit der Rettungskräfte an. Um dieses Thema ging es in Theorie und Praxis beim ersten technischen Hilfeleistungstag in der Feuerwache in Wittlich.
Wittlich. (noj) Beim ersten technischen Hilfeleistungstag in Wittlich erfüllten mehrere zerbeulte Fahrzeuge zum letzten Mal einen Zweck vor der endgültigen Verschrottung. An ihnen konnten Rettungskräfte, die aus dem ganzen Kreisgebiet gekommen waren, üben, wie man vorgehen muss, wenn Menschen aus einem verunglückten Auto gerettet werden müssen.
Bei einer der verschiedenen Übungsstationen galt es, einen Dummy aus einem auf der Seite liegenden Auto zu befreien. "Erst muss das Fahrzeug stabilisiert werden", erklärte Peter Gerhards, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes und Organisator des Hilfeleistungstages. Für den Verletzten im Inneren des Autos sei es ganz wichtig, dass der Wagen nicht anfange zu schaukeln während der Rettungsaktion.
Auch bei der zweiten Übungsstation ging es um das Wohl des Verunglückten. Hier lag der Wagen auf dem Dach, und wieder musste zunächst einmal das Auto in seiner Lage stabilisiert werden. Wurden bei der einen Station Leitern und Spanngurte dafür genutzt, so hatten die Rettungskräfte dieses Mal spezielle Stützen, die für solche Zwecke hergestellt werden, zur Verfügung. Dafür fehle aber vielfach das Geld, erläuterte Gerhards. "Wir improvisieren und nutzen das, was wir haben".
Bei dieser Übung kam es aber vor allem auf die richtige Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und den medizinischen Helfern an. Sobald das Fahrzeug gesichert sei, müsse man erst einmal den Notarzt arbeiten lassen. Erst, wenn dieser den Patienten stabilisiert habe, könnten die Helfer von der Feuerwehr weitermachen. "Es ist eine Art Ping-Pongspiel zwischen den Rettungskräften" so Gerhards.
Dass es beim Einsatz auch sehr auf gut organisiertes Handeln und Ordnung ankommt, erläuterte Martin Schmidt, Zugführer von der Wittlicher Feuerwehr. Am Einsatzort werde eine Folie ausgebreitet, auf dem alles, was gebraucht wird, griffbereit abgelegt sei. Auch Teile des Autos, wie eine abgetrennte Tür, würden an einen bestimmten Ablageplatz gelegt, damit nichts im Weg sei.
Auch ein fabrikneuer VW Passat diente der Feuerwehr zu Übungszwecken. An diesem Auto demonstrierte Jörg Teusch, Zugführer bei der Feuerwehr Noviand die besonderen Probleme bei Neufahrzeugen. Hier müsse man erst einmal prüfen, wo die Airbags sitzen, damit die Gaspatronen beim Zerschneiden nicht zerstört werden. Das führe zu Verzögerungen und stelle die Rettungskräfte zunehmen vor Probleme.
Insgesamt war Gerhards sehr zufrieden mit dem Hilfeleistungstag. Die 126 Teilnehmer, die an diesem Tag neben den praktischen Übungen auch Vorträge gehört hatten, seien zufrieden nach Hause gegangen.