Auf gräflichen Wegen unterwegs

Rund 300 Wanderer haben am Sonntag eine von mehreren Etappen des "Grafschafter Wanderwegenetzes" erwandert.

Mülheim. (urs) Ein geradezu herrschaftliches Wegenetz haben die Einwohner der Dörfer der einstigen Grafschaft Veldenz am Wochenende in Mülheim eingeweiht. Denn kein geringerer als Graf Georg Johannes I. von Veldenz, der von 1543 bis 1592 regierte, hat diese Wege für sie bereitet. Gilbert Haufs-Brusberg, Eigentümer von Schloss Veldenz, kann das sogar beweisen. Eine Karte aus dem 16. Jahrhundert belege, dass Graf Georg das Wegenetz der Grafschaft auf Vordermann gebracht habe. Damit sich die rund 300 Wanderer bei der Eröffnungsetappe davon selbst ein Bild machen konnten, zückte der Schirmherr des ersten "Grafschafter Wandertags" das Beweisstück prompt aus der Tasche.Dass sich das Wegenetz mit seinen mehr als 100 Kilometern heute wie damals alles andere als unwegsam präsentiert, ist aber das Verdienst von sechs Gemeinden: Brauneberg, Burgen, Gornhausen, Mülheim und Veldenz - ehemalige Dörfer der Grafschaft Veldenz - sowie das statt des Bernkasteler Stadtteils Andel mit ins Boot genommene Wintrich. Der Zusammenschluss der sechs Dörfer hat allerdings mehr als verbindende Wege im Sinn. Er zielt vielmehr ab auf gemeinsame Aktionen und ein insgesamt besseres Miteinander. Laut Mülheims Ortsbürgermeister Horst Faust wird dabei aber das Wanderwegenetz mit seinem anspruchsvollen Rundweg immer wieder eine Rolle spielen: "Start und Ziel werden auch die anderen Gemeinden mal sein", sagte er und stellte damit die gemeinsame Erkundung weiterer Streckenabschnitte in nächster Zeit in Aussicht. Spielmannszug erwartete die Wanderer

Eröffnet wurde das wieder entdeckte Wegenetz mit einer Etappe nach Burgen, wo ein Programm mit Musik und Tanz die Wanderer erwartete. Neben einem Gläschen Grafschafter Wein sorgte der Spielmannszug Mülheim für einen schwungvollen Start. Aber auch die gräfliche Eskorte bringt Bewegung in die Wanderfreunde. Denn Schirm- und Schlossherr Haufs-Brusberg hat es sich - obschon selbst in Zivil - nicht nehmen lassen, mit standesgemäß ausstaffierten Mannen anzureisen.