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Leserbrief: Auf Kosten der Beschäftigten

Leserbrief : Auf Kosten der Beschäftigten

Medizin

Zur Insolvenz der Katharina Kasper ViaSalus GmbH, unter anderem Träger des Klinikums Mittelmosel in Zell, schreibt uns dieser Leser:

Die Insolvenz der ViaSalus GmbH, zu der auch das Zeller Krankenhaus gehört, überrascht doch sehr. Die GmbH ist gesellschaftsrechtlich in einer Muttergesellschaft eingebettet, der Katharina-Kaspar-Holding GmbH, die  2017 über ein Eigenkapital in Höhe von 120 Millionen Euro sowie über einen Kassenbestand in Höhe von 91,4 Millionen Euro verfügte. Gleichzeitig betrug das Jahresergebnis circa zehn Millionen Euro. Die zuletzt im Bundesanzeiger veröffentlichten Geschäftszahlen der ViaSalus GmbH betrugen 2016: Eigenkapital 93 Euro Millionen, Barmittel: 41 Millionen Euro und Betriebsergebnis 1,4 Millionen Euro. Diese Zahlen sind öffentlich zugänglich und im Portal „Bundesanzeiger“ nachzulesen.

Man kann also betriebswirtschaftlich von einem überaus gesunden und wirtschaftlich potenten Träger sprechen, der wohl aber nicht mehr bereit ist, sein eigenes Tochterunternehmen zu stützen. Wenn man jetzt hört, dass die ViaSalus GmbH sich einem Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung unterzieht, heißt das nur, dass man sich durch Fremdmittel und auf Kosten der Beschäftigten gesund sanieren möchte. Die ViaSalus GmbH spart in den nächsten drei Monaten Personalkosten in Höhe von etwa 37 Millionen Euro ein, die das Arbeitsamt übernimmt.

Es muss der Eindruck entstehen, dass man sich auf Kosten der Allgemeinheit und insbesondere der Beschäftigten saniert. Denn die Zeller Krankenschwester, die jetzt drei Monate auf ein Fünftel ihres Gehaltes verzichten muss, kann wohl am wenigsten etwas für die angeblich drohende Schieflage. Die Verantwortlichen sitzen woanders und sollen den Karren, den sie selbst sehenden Auges an die Wand gefahren haben,  sanieren.