Auf zum Gipfelsteig!

ERBESKOPF. Hier Gipfelsteig-Wanderung, dort Architektur-Führung. Zum fünften Geburtstag bietet das Hunsrückhaus ein vielseitiges Programm.

Kaum zu glauben, dass das Hunsrückhaus erst seinen fünften Geburtstag feiert. Das Sommerfest hat jedenfalls bereits Tradition. Für die Menschen im Umkreis ist ein Abstecher zu Festen am Fuß der höchsten Erhebung von Rheinland-Pfalz längst eine angenehme Pflicht. Dass es dieses Mal beachtliche 1500 Besucher dorthin gezogen hat, ist dem zentralen Programmpunkt der Gipfelsteig-Eroberung zu verdanken. Denn die ist erst seit kurzem möglich, da der Erbeskopf-Gipfel jahrzehntelang umzäunt war. Daher nutzten etwa 150 Wandervögel die Gelegenheit; 70 davon absolvierten sogar die gesamte, gut acht Kilometer lange, Route. Auch Jürgen und Helga Brand waren deshalb aus Riol angereist. "Ich wandere hier häufig mit", lobte der Naturfreund die wöchentlichen und monatlichen Angebote. Auf diese Weise lerne er die Region kennen, in die es ihn vor drei Jahren gezogen hat. Er sei einfach begeistert von diesem Landstrich: "Der Hunsrück ist sehr schön." Seine Ehefrau Helga ist beeindruckt vom Sinnesparcours des Hunsrückhauses. "Sehr ansprechend", findet sie diesen Ansatz eines ganzjährigen Angebots. Den Deuselbacher Egon Kaiser, Mitglied des Hunsrückvereins, sprechen mehr die Wandermöglichkeiten an. Ebenso wie Edgar Thomas aus Thalfang, der viel am Erbeskopf unterwegs ist. Den zaunlosen Gipfelsteig hat er daher schon vorab getestet. "Wenn sie jetzt noch den Sommer-Bob hier anbieten, dann wird das attraktiv", freut sich Gerd Neureuter, der mit Ehefrau Johanna oft von Longkamp her kommt. Doch schon der Gipfelsteig sei ein weiterer Schritt hin zur ganzjährigen Nutzung, sagte Verbandsbürgermeister Hans-Dieter Dellwo bei der Begrüßung der Wanderer. Im Anschluss lockte das bunte Programm des Sommerfests: mit tierischen Aktivitäten wie Eselreiten, Kleintierzoo, Schlangenfütterung und Schäferhunde-Vorführung. Sportliche konnten sich auf dem Hochrad versuchen und Verträumte eine Märchenstunde genießen. Auch künstlerische Ambitionen kamen nicht zu kurz. So stand abseits der "Atelier Straße" das Kreieren von Silberschmuck und Fabelwesen auf dem Programm oder das Basteln mit pflanzengefärbter Schafwolle. Schülerin Luisa Merkle aus Züsch erzählte, dass ihr die Wildkatze im Hunsrückhaus doch am meisten gefalle. Als Stammgast kennt sie sich da genauso gut aus, wie Familie Stojanov aus Thalfang, die sich bisher kein Sommerfest hat entgehen lassen. Zwar wenige, dafür aber interessierte Besucher, ließen sich von Willi Latz, dem Hunsrückhaus-Architekten, Besonderheiten erläutern. Sei es die bewusst graue Fassade des Hauses, die hängende Riegelfassade des Glas-Foyers oder die Laborbox in Holztafelbauweise - das Gebäude entspreche noch immer den Standards eines Niedrigenergiehauses und liege noch 25 Prozent darüber.

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