Aufbruch in die Zukunft

Gerade auf dem Land wird der demografische Wandel zu spüren sein. Vielleicht gibt es aber Ansätze, den Einwohner-Rückgang abzufedern. Gelegenheit zur Diskussion besteht nächste Woche.

Ürzig/Bernkastel-Kues. Mit jungen Leuten, der nachwachsenden Generation, hat Dieter Stuff lange als Lehrer zu tun gehabt: zuletzt als Rektor der Hauptschule Bernkastel-Kues. Schon während dieser Zeit entwickelte er ein Interesse für die demografische Entwicklung der Region, die in erster Linie mit der Zahl der jungen Generation zu tun hat. Im Zeitraum 2002/2003 hat er sich mit einem Konzept für eine Duale Oberschule befasst und dafür viele Daten gesammelt. Das Interesse ließ ihn nicht mehr los. Zeit hat er mittlerweile auch genug, weil er sich seit Juli 2005 im Vorruhestand befindet. Den demografischen Wandel kann Stuff nicht aufhalten. Das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz geht davon aus, dass die Einwohnerzahl im Kreis Bernkastel-Wittlich bis 2050 auf etwa 80 000 sinken wird. Im Jahr 2000 lebten noch 118 000 Menschen in diesem Gebiet. "Ich will die Meinung von anderen Menschen hören", erzählt er. Vielleicht könnten aus einem umfassenden Meinungsbild Ideen und Konzepte entwickelt werden, um Menschen in der Region zu halten oder anzulocken. Er hat sich der Thematik aus verschiedenen Richtungen genähert. Als da wären: Leistungsfähige junge Menschen finden keinen Arbeitsplatz in der Region, für Schulabgänger fehlt es an qualifizierten Ausbildungsstellen; es gibt zu wenige Arbeitsplätze in technischen Bereichen; die Verkehrsverhältnisse und die Verkehrsanbindungen; die Zusammenlegung von Grundschulen; die Entwicklung in seinem Heimatort Ürzig. "Es gibt nie nur einen Grund für eine Entwicklung. Es ist immer ein Bündel", sagt er. "Im Hinblick auf nachfolgende Generationen müssen wir aber jetzt handeln", fordert er. Am 4. Dezember, 19 Uhr, wird Stuff seine Studien in der Akademie Kues in Bernkastel-Kues zur Diskussion stellen. "Ich möchte die Kompetenz der Zuhörer nutzen. Sie sollen ihr Wissen und ihre Erfahrungen einbringen", sagt er. Den Schauplatz der Veranstaltung sieht er als einen Baustein für eine Zukunft, die nicht nur schwarz ist. Stuff: "Die Akademie ist zukunftsweisend, um sich geistig zu betätigen und sich zu begegnen."

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