Aufbruchstimmung im Stadtteil Trarbach

Aufbruchstimmung im Stadtteil Trarbach

Die grundsätzliche Zustimmung liegt vor: Die Stadt Traben-Trarbach darf den Gebäudekomplex hinter der Verbandsgemeindeverwaltung abreißen. Tenor vor Ort: Von dem Votum gehen Impulse aus. Nur von zwei Stadtratsmitgliedern gibt es Kritik an der Vorgehensweise.

Als Marcus Heintel (SPD), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach, vergangene Woche vom TV erfuhr, dass es grundsätzliches Einvernehmen für den Abriss des sogenannten Blockbereichs im Stadtteil Trarbach gibt, verkündete er die frohe Botschaft gleich an die politisch Verantwortlichen. "Es kamen nur positive Rückmeldungen", sagt er in der Sitzung des Stadtrates. Mit der Nachricht verbindet er einen "Aufbruch für Trarbach". Und das nach zwölf Jahren. "2004 wurde das erste Mal darüber diskutiert", so Heintel.

Wie berichtet hat die Stadt den mehrstöckigen Gebäudekomplex vor Jahren gekauft. Seither liefen die Bemühungen ihn abzureißen, um dem engen Stadtteil mehr Luft und Licht zu geben. Die Generaldirektion Kulturelles Leben Rheinland-Pfalz, Vertreterin des Denkmalschutzes, hatte einen Plan über die Folgenutzung gefordert. Andernfalls gebe sie keine Zustimmung für den Abriss. Vergangene Woche kam es dann zur Einigung zwischen ihr, dem Kreis sowie der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion.

Mehrere Bürgermeister und Räte seien mit der Thematik beschäftigt gewesen, weist Stadtbeigeordneter Hajo Weinmann (SPD) auf die Dimension hin. "Nun können wir richtig weiter planen", sagt er. Auch SPD-Fraktionssprecher Gerd Huesgen hofft auf "weitere Impulse für Trarbach".

Die will Sören Risse (Grüne) nicht in Abrede stellen. Für ihn ist aber alles nach System abgelaufen: "Kaufe ein Haus, lass es vergammeln, um dadurch den Denkmalschutz unter Druck zu setzen und den Abriss zu bewirken." Die ideale Lösung den Verkehrs- und Parkproblemen Herr zu werden sei ein Tunnel. "Nicht der Abriss einzelner Gebäude."

Das ruft sofort Bürgermeister Heintel auf den Plan. "Tunnel und Blockbereich haben nichts miteinander zu tun", sagt er. Die Tunnelvariante sei schon vor Jahren verworfen worden, weil sie viel zu teuer sei. Mehrere Häuser des Blockbereichs seien schon beim Kauf 20 Jahre unbewohnt und unbewohnbar gewesen. "Durch den Abbruch können wir eine neue Nutzung hinbekommen. Es war keine Taktik die Gebäude leer stehen zu lassen", sagt Heintel.

Jürgen Kullmann (FWG) schlägt vor, wenigstens ein Gebäude des Komplexes stehen zu lassen, um, wie es der Denkmalschutz möchte, ein Stück der Blockstruktur weiter sichtbar zu machen. "Wir haben lange für den Abriss gekämpft", erwidert Jörg Trossen (CDU), "für das, was darüber hinaus geht, gibt es bisher keinen Beschluss."
Der Stadtrat hat bei einer Neinstimme und drei Enthaltungen die weiteren Weichen gestellt. Bei Kreis und ADD wird nun ein Antrag auf Abriss gestellt. Danach werde, so Heintel, ein Realisierungs- und kein Ideenwettbewerb über die Nutzung der entstehenden und 638 Quadratmeter großen Freifläche gestartet (siehe Extra).Extra

Was ist der Unterschied zwischen einem Ideen- und einem Realisierungswettbewerb? "Bei Ersterem werden quasi auf einem leeren Blatt Ideen kreiert", erläutert Bauamtsleiter Frank Thullen. Beim Zweiten müsse nach gewissen Vorgaben eine umsetzungsfähige Planung das Ergebnis sein. Eine Jury empfehle einen Vorschlag der beteiligten Architekten. Der Stadtrat entscheide dann darüber. cb

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